3 ICSIs und 4 Kryos – Anikas Kiwu-Reise

In der 8. Folge meines Mamafieber Podcasts habe ich Anika interviewt, die uns ganz ausführlich von ihrer Kinderwunschreise erzählt. Der Weg zu ihren beiden Kindern war kein leichter für sie, doch sie hat es geschafft und ist heute zweifache Mama. Hier fasse ich kurz ihre #Mutmachstory für euch zusammen. Das Gespräch mit Anika findet ihr hier.

Anikas lange Kinderwunschreise

Nach ihrem Studium ließ der richtige Job auf sich warten. Deshalb beschlossen Anika und ihr damaliger Freund, die Kinderplanung nach Vorne zu verschieben. Doch leider wurde Anika nicht schwanger und einen Arztbesuch und mehrere Tests später wusste sie auch warum: sie hatte einen Tumor in der Hypophyse (mehr Infos über den Hypophysentumor findet ihr hier), der Prolaktin ausschüttete und somit ihrem Körper vorgaukelte, dass sie gerade ein Kind bekommen hätte.

Plötzlich schwanger

Anika und ihr Freund trennten sich. Zwei Jahre nach der Diagnose entschloss sich Anika schließlich dazu, die Operation zur Entfernung ihres Tumors durchführen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie einen neuen Freund, nichts Ernstes versteht sich. Sechs Wochen nach der OP war sie schwanger.

Auch wenn die Schwangerschaft nicht geplant war – Anika war glücklich. Als ihre Tochter zwei Jahre alt war, trennten sich Anika und ihr Freund. Vier Jahre später lernte sie dann ihre zweite große Liebe kennen und schnell war für beide klar: wir wollen (noch) ein Kind.

Das Schicksal nimmt seinen Lauf

Anika war zu diesem Zeitpunkt 36, ihr Freund 38. Leider wollte es mit dem Nachwuchs nicht so recht klappen. Hinzu kam, dass ihr Freund eine schmerzhafte Nebenhodenentzündung erlitt, die nicht heilen wollte. Da er in seiner Kindheit zudem einen Hodenhochstand hatte, war es wahrscheinlich, dass einer der Hoden dadurch eingeschränkt sein würde.

Leider war die Entzündung am gesunden Hoden. Mehrere Spermiogramme bestätigten, dass die Werte nicht besser wurden und so warteten Anika und ihr Freund nicht länger und begannen mit einer Kinderwunschbehandlung.

Die erste ICSI war leider erfolglos, doch im ersten Kryoversuch wurde Anika schwanger. Leider endete diese Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt um die 6. bzw. 7. Woche. Der zweite Kryoversuch war leider erfolglos.

Das Kämpfen wird belohnt

Auch die zweite ICSI sowie die zwei anschließenden Kryoversuche waren vergebens. Anika ließ eine dritte ICSI über sich ergehen – diesmal mit dem freudigen Ergebnis: schwanger.

Beim ersten Ultraschall stellte sich heraus, dass sich beide Embryonen eingenistet hatten. Das war der Anfang einer sehr nervenaufreibenden Schwangerschaft, denn leider verlor Anika eines der Babys zu Beginn der 13. Woche.

Generell war die Schwangerschaft alles andere als entspannt und es endete damit, dass ihr Sohn in der 35. Woche per Kaiserschnitt geholt wurde.

Wer mehr über Anikas langen und anstrengenden Kinderwunschweg hören möchte, der findet unser Gespräch in dieser Podcastfolge. Ich bin mir sicher, dass euch Anikas Kinderwunschreise die Sprache verschlagen wird. Doch was viel wichtiger ist: sie wird euch ganz bestimmt Mut machen, sollten ihr auch unter einem unerfüllten Kinderwunsch leiden.

Liebe Anika,

vielen herzlichen Dank dafür, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Es gehört sehr viel Mut dazu, so offen und ehrlich über ein solch privates Thema zu sprechen. Ich bin dir unendlich dankbar dafür und bin mir sicher, dass du vielen Kiwu-Mädels mit deiner Geschichte Mut machen wirst.

Während unseres Gesprächs hat es mir immer wieder die Sprache verschlagen. Zum einen, weil es unfassbar ist, was bei euch alles zusammengekommen ist – alles was schief gehen konnte ging irgendwie schief. Zum anderen, weil mich dein Kampfgeist so beeindruckt hat. Denn es gehört schon einiges dazu, 3 ICSIs und somit drei Stimulationen sowie drei Eizellenentnahmen über sich ergehen zu lassen. Und das, obwohl du Spritzen so ganz und gar nicht magst.

Deine Kinder werden irgendwann erfahren, wie sehr sie gewünscht waren, wie viel du für sie auf dich genommen hast. Ich bin mir sicher, dass sie das eines Tages sehr zu schätzen wissen.

Liebe Anika, du kannst stolz auf dich sein. Du hast die Hoffnung nicht aufgegeben und den Mut nicht verloren. Du warst stark, wenn viele von uns vermutlich aufgegeben hätten. Dafür bewundere ich dich sehr. Danke, dass du uns an deiner Geschichte hast teilhaben lassen und danke, dass du so vielen Betroffenen mit deiner Geschichte gezeigt hast, dass Wunder wahr werden können wenn man fest daran glaubt und die Hoffnung nicht aufgibt. Danke dir für diese Mutmachstory.

Ich wünsche dir von Herzen alles, alles Gute für eure Zukunft,

Bine

Hallöchen, ich bin die Bine und bin unfruchtbar. Ich habe den Kampf gewonnen, habe dem PCO-Syndrom mit meiner IVF in den Hintern getreten. Mit meinem Blog möchte ich euch einen Einblick in das Thema unerfüllter Kinderwunsch geben, zeigen, dass ihr nicht alleine seid und es kein Tabuthema sein muss. Außerdem schreibe ich über Schwangerschaft, Familie und mein Leben in Kalifornien. Wem das nicht reicht, darf gerne in meinen Podcast reinhören. Viel Spaß!