Vier Wochen lang waren wir in Deutschland. Schön war’s! Übernachtet hatten wir alle in einem Zimmer: zwei Erwachsene, ein Kleinkind und ein Baby. Für viele von euch ist das vermutlich keine Besonderheit, schließlich ist das Familienbett sehr beliebt. Für uns war es dagegen eine gewaltige Umstellung, schließlich schlafen die Mädels bei uns in ihrem eigenen Zimmer.

Der Aufbau (und Umbau) der Betten

Ganz einfach: links ein kleines Babybett, in der Mitte eine große Matratze für meinen Mann und mich, rechts ein Kleinkindbett für die Große. Easy. In der Theorie zumindest.

Nach einem langen Flug (plus vorherige lange Autofahrt nach LA – aber das ist wieder eine andere Geschichte) hatten wir mit dem Schlimmsten gerechnet, doch zu unserer Überraschung hatte nur die kleine Eule einen Jetlag. Mitten in der Nacht war mein Baby, das sonst immer schön durchgeschlafen hatte, hellwach.

Was aber tun mit einem hellwachen Baby, wenn man nachts selbst todmüde ist? Na klar – stillen! Und da das endlich-wieder-eingeschlummerte-kleine-Monster beim Zurücklegen ins Bettchen jedes Mal wieder aufwachte und so gar nicht glücklich war (und dazu noch dabei war alle anderen aufzuwecken), wurde sie weitergestillt. So lange, bis das Stillen nicht mehr ganz so angenehm war.

Vier Wochen Familienbett - was ich daraus gelernt habe

Das Familienbett

Das kleine Monsterchen hatte die Sache also schnell durchschaut: Mama will nicht, dass ich schreie und wenn ich es tue, dann gibt’s Milch – so viel ich will. All you can eat sozusagen.

So kam es, dass ich nach ein paar nicht ganz so erholsamen Nächten keine Lust mehr hatte, mein Kind mitten in der Nacht in ihr Bettchen zu legen. Stattdessen hatte sie den Ehrenplatz an meiner Seite. Das Familienbett war geboren.

So lag die Eule neben mir, die Milchbar eröffnet und nuckelte vor sich hin. Zugegeben, sie machte einen glücklichen Eindruck. Ich dagegen? Nicht ganz so glücklich. Versuchte ich, ihr die Milchbar wegzunehmen, so wurde gleich protestiert und wild mit den Fäusten durch die Luft geschleudert. Dazu noch eine nette und nicht gerade leise Untermalung des Ganzen in Form von Babygeschrei (meine Kinder haben ein lautes Organ – haben sie von der Oma).

Also blieb mir nichts anderes übrig, als die Milchbar bis in die Tiefschlafphase des Babys geöffnet zu lassen. Ein Spaß.

Das war also unsere Schlafsituation in Deutschland. Happy Baby und nicht ganz so happy Mom. Immerhin konnte die Große trotz Schlaftheater gut schlafen. Verrückt, oder? Jetlag hatte sie übrigens auch keinen.

Wieder in den USA angekommen ahnte ich Schlimmes. Das kleine Monster hatte sich doch an das Familienbett gewöhnt. Würde es einfach werden, sie wieder in ihr eigenes Bett im eigenen Zimmer zu legen? Nein, ganz und garnicht. Denn auch jetzt, einen Monat nach unserer Rückkehr, arbeiten wir noch immer daran.

Das kleine Monster schläft nicht mehr durch, wacht im Schnitt zwischen 1-3 Mal pro Nacht auf. Aber davon nicht genug, nein, Schlafen ist generell blöd. Viel lieber will sie wach bleiben und nichts verpassen.

Die Moral von dieser Geschichte?

Natürlich will ich nicht sagen, dass das Familienbett in Deutschland die Schuld an allem hat – aber unsere Schlafsituation in Deutschland hat definitiv dazu beigetragen, dass es im Moment so „spaßig“ ist. Die Kleinen gewöhnen sich schnell daran, dass Mama oder Papa so dicht bei ihnen sind.

Warum also nicht so weitermachen, wenn das Baby happy ist? Ganz einfach: weil ich dann nicht richtig schlafen kann. Da bin ich egoistisch – Mama braucht ihren Schlaf. Nur so kann ich richtig funktionieren und bin über Tag eine bessere Mama. Deshalb muss auch meine kleine Maus lernen, dass die Welt nicht untergeht, wenn man alleine in seinem eigenen Bettchen schläft.

Was bedeutet das für mich?

Ganz klar: mehr Arbeit am Anfang, die sich aber bezahlt macht. Jetzt heißt es wieder: weinendes Baby mitten in der Nacht aus dem Babybett holen (also aufstehen!), stillen und zurück ins Bettchen legen. Das ist natürlich erstmal aufwendiger, als „einfach“ im Halbschlaf die Milchbar zu eröffnen.

Aber ich stehe auch gerne vier Mal in der Nacht auf und laufe durchs Haus, da ich weiß, dass wir so unsere alte Schlafsituation wieder in den Griff bekommen.

Natürlich ist mir bewusst, dass die Welt für die kleine Eule momentan sehr aufregend ist und sie deshalb ohnehin nicht gut schläft. Dann sind da noch die lieben Zähne und diverse Entwicklungshasen, über die ich erst gar nicht nachlesen mag.

Eins weiß ich nämlich: ganz egal wie gut oder schlecht dein Kind schläft – morgen schon könnte alles anders sein. Genieße es, solltest du zufrieden sein und freue dich auf die Zukunft, solltest du es nicht so leicht haben. Das Leben mit Kind ist und bleibt ein Abenteuer.

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