Egal auf welchem Kontinent man lebt, eine normale Schwangerschaft verläuft immer ähnlich: das Baby wächst im Bauch der (Leih-) Mutter heran, bis es an der Zeit ist das Nest der letzten neun Monate zu verlassen. Die einen früher, die anderen später. Doch obwohl das wie gesagt überall auf der Welt so abläuft, gibt es riesengroße Unterschiede bei der ärztlichen Versorgung. So gibt es selbst zwischen Ländern wie Deutschland – Österreich und Schweiz natürlich auch 😉 – und den USA ein paar Unterschiede, was die pränatale Diagnostik angeht.

Deshalb möchte ich euch auf dieser Seite einen genaueren Einblick in meinen Ablauf der Schwangerschaft geben. Wie läuft alles so ab in Kalifornien? Welche Tests werden gemacht? Wie oft muss ich um Arzt? Gibt es hier mehr Ultraschalltermine als in Deutschland? Wie immer Fragen über Fragen, auf die ich euch hier die ein oder andere Antwort geben möchte.

Der Ablauf der Schwangerschaftsvorsorge in Kalifornien:

Art der Untersuchung
Woche 6-10erster Ultraschall, Bestätigung der Schwangerschaft, generelle Blutuntersuchungen (Blutgruppe, Rhesusfaktor, Antikörper Screen, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis B, …) und Urinprobe
Woche 10-131. Trimester Screening: Blutuntersuchungen (erster Teil), Nackenfaltenmessung. Wenn über 35, dann werden weitere genetische Untersuchungen empfohlen, sodass Frauen über 35 meist schon zu diesem Zeitpunkt erfahren, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.
Woche 16-20Blutuntersuchungen (zweiter Teil), Amniozentese wenn erforderlich
Woche 19-20großer „Anatomy Scan“: ca. einstündiger Ultraschalltermin beim Spezialisten, der jedes Organ und jeden Finger des Babys untersucht. I.d.R. erfährt man erst zu diesem Zeitpunkt das Geschlecht.
Woche 24-28zweistündiger Glukosetest; wenn RH negativ, dann gibt es noch einen Antikörper Screen sowie eine Rhogam-Spritze
Woche 30Krankenhausanmeldung und -tour; die monatlichen Untersuchungen (für Herztöne und Bauchumfang) werden ab diesem Zeitpunkt alle zwei Wochen durchgeführt
Woche 35-36Test auf B-Streptokokken (vaginaler Abstrich); ab jetzt wöchentliche Untersuchungen beim Frauenarzt

Kurz zusammengefasst:

Sollten in der Schwangerschaft keine Komplikationen (wie Blutungen, Schmerzen oder dergleichen) auftreten, so hat man ca. 3-4 Ultraschalluntersuchungen:

  • ca. 6. Woche zur Bestätigung der Schwangerschaft
  • ca. 10. Woche zum ersten „Prenatal Appointment“
  • ca. 12. Woche zur Nackenfaltenmessung (wenn gewünscht)
  • ca. 19. Woche zum Anatomy Scan

Da ich in meiner ersten Schwangerschaft auf die Nackenfaltenmessung verzichtet hatte (aus Versicherungsgründen und der Tatsache, dass es das Blutergebnis nur minimal verbessert hätte in der Genauigkeit), hatte ich auch nur drei Ultraschalltermine. Nach dem großen Anatomie-Scan wurde ich in meinen Vorsorgeuntersuchungen nur noch abgetastet, der Bauch wurde vermessen und die Herztöne des Kindes wurden angehört. Natürlich durfte ich auch immer ein bisschen Urin abgeben. Das Interessante? Bis zur Geburt wird in den USA kein CTG gemacht. Ich wiederhole: kein CTG bis kurz vor der Geburt im Krankenhaus. Glaube die Frauenärzte haben hier nicht einmal ein CTG-Gerät.

Fazit:

Meiner Meinung nach ist die Vorsorge in den USA ziemlich entspannend. Zwar gibt es so etwas wie „Midwives“ (ähnlich einer Hebamme) die man privat engagieren (und bezahlen) kann, doch meist sind diese ein wenig esoterisch angehaucht. Ein Hebammensystem wie in Deutschland gibt es hier nicht, bedeutet: keine Vor- oder Nachsorge zuhause, sondern man muss bei Fragen den Arzt (oder die dort angestellten Midwives, dann auch eher einer Krankenschwester ähnelnd) aufsuchen.

Vermutlich stehe ich hier jetzt alleine da, wenn ich sage, dass ich ganz froh darüber war, keine Hebamme gehabt zu haben. Das jetzt bitte nicht falsch verstehen, denn mir ist bewusst, dass Hebammen eine ganz besondere Aufgabe haben und vielen Frauen in Deutschland mit Rat und Tat zur Seite stehen. Da ich aber ein ziemlich komischer Mensch bin und es einfach liebe, die Dinge auf mich zukommen zu lassen (und mich nicht verrückt machen zu lassen!) und ein Problem erst dann anzugehen, wenn es auch wirklich auftreten sollte, ist die Learning-by-doing-Variante genau das Richtige für mich. Denn immer wenn ich eine Frage hatte, konnte ich mich an meinen Arzt wenden (auch per e-Mail) und mir wurde sofort geholfen. Demnächst werde ich aber sicherlich mal genauer auf das Thema Hebammen eingehen – möchte schließlich nicht, dass das hier falsch rüberkommt.

Unterschiede zu Deutschland

Innerhalb Deutschlands scheint es wohl auch diverse Unterschiede zu geben, insbesondere hinsichtlich der Kosten für den Ultraschall. Anscheinend gibt es so etwas wie eine Ultraschall-Flat, das gerne auch „Baby-TV“ genannt wird. Die Kosten hierfür schwanken wohl von Arzt zu Arzt. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird dann immerhin bei jedem Termin ein Ultraschall gemacht. Vielleicht wollt ihr mir ja ein Kommentar da lassen und sagen, wie das bei euch so war.

Laut Mutterpass (sowas gibt es in den USA übrigens nicht) ist der letzte Ultraschall zwischen der 29. und 39. Woche vorgesehen, wohingegen in den USA der Ultraschall in Woche 19 oder 20 der letzte ist. Auch das CTG, das bei euch gegen Ende der Schwangerschaft wöchentlich gemacht wird, ist hier – wie bereits gesagt – total unüblich. Erst im Krankenhaus, wenn das Kind dann auch kommt, wird ein CTG gemacht. Leichte Wehen werden vorher also nicht erkannt, sollte die Frau nichts spüren. Wobei man sich da auch wieder fragen kann, ob das einen eher verrückt macht wenn man es weiß.

Ihr seid gefragt!

Aber genug von mir, jetzt zu euch: wie war der Ablauf bei euch? Wie oft hattet ihr einen Ultraschall? Hattet ihr das Baby-TV gebucht? Wenn ja, was hat das gekostet? Lasst was von euch hören, ich freue mich über jeden einzelnen Beitrag von euch!

 

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