Angelika über ihre Zwillingsgeburt

Mit der Geburt ihrer Zwillinge wurde Angelika Dreifachmama. In ihrem Geburtsbericht erzählt sie dir von einer geplatzten Klausur, einer schmerzhafen PDA und ihrem Kaiserschnitt – viel Spaß beim Lesen!

Die 6 Fragen aller Fragen:

Hattest du eine schöne Geburt?
Ja

War es deine erste Geburt?
Nein (erstes Kind kam auf natürlichem Wege zur Welt)

Wie lange hat es gedauert (von erster Wehe bis zur Geburt)?
5 Stunden

Hattest du Angst vor der Geburt?
Obwohl ich vor einem Kaiserschnitt panische Angst hatte, war ich ziemlich ruhig und gelassen

War es schlimmer als erwartet?
Die Geburt sowie die Vorbereitungen waren in keinem Fall so schlimm wie erwartet.

Hast du einen Tipp für eine Schwangere, die kurz vor der Geburt steht?
Ich möchte allen werdenden Müttern mit auf den Weg geben, dass eine Geburt nur so `schlimm´ ist, wie man es sich selbst ausmalt. Je gelassener und entspannter du in die Situation hinein gehst, umso schöner wird das Abenteuer für dich und dein kommendes Wunder.

Oftmals kommt es anders als man denkt

Eigentlich sollte mein Mann seine erste und doch wichtige Klausur schreiben, die Fortbildung war schließlich für unsere Zukunft, niemand hatte damit gerechnet und in 5 Minuten würde der Wecker klingeln, aber ich stand schon plitschnass am Bettrand, aufgeregt mit flattrigen Händen und Beinen und sagte:

„Schatz.. ich weiß nicht, ich glaube wir müssen los“.

Der Weg ins Krankenhaus war gefühlt eine Ewigkeit, er ist doch sonst nie so langsam gefahren?

Ich rief schnell unsere Freundin an, „mach dich bereit, wir sind auf dem Weg“.

Sie hatte an diesem Tag eigentlich Spätschicht, aber packte Kittel und Mut ein, denn sie würde meinen Zwillingen den Weg nach draußen zeigen.

Wir fuhren also, die Klausur hatte gedanklich den Wert verloren, Handtücher wie Schwämme vollgesogen mit Fruchtwasser das scheinbar kein Ende zu finden schien. 

Ich fühlte meinen Bauch (der Bauchlappen enganliegend an den kleinen Körpern meiner zukünftigen Prinzessinnen), jedes Glied, jede Bewegung, jede noch so kleine Kurve erfühlte ich mit meinen bloßen Fingern, als würde ich sie bereits in meinen Armen halten.

Der Kopf, die Beinchen, die Zehen, die Finger, sogar die kleinen Näschen! Alles klar mit meinen Händen zu spüren, ein Moment der mir immer in Erinnerung bleiben mag und der Moment, der mir offenbart hat, dass beide Mädchen definitiv nicht per natürliche Geburt zur Welt kommen würden.

Doch so klar wie ich meine Kinder ertasten konnte, so klar war auch meine Angst, Angst es würde den kleinen Engelchen in dieser Gegebenheit nicht gut gehen, Angst, es könnte doch noch etwas schieflaufen, Angst vor… ich mag es gar nicht aussprechen.

Ab in den Kreissaal

Nach einer beinah unendlich langen Fahrt standen wir schließlich vor dem Krankenhaus. Raus aus dem Auto, ab zum Empfang. Als hätte ich mir mehrere große mit Wasser befüllte Luftballons vor meinen Schritt gebunden ging ich also in das Krankenhaus. Hinter mir eine Wasserlache die mir Schritt für Schritt folgte.

Am Kreissaal wurden wir von unserer Freundin Irina bereits in Empfang genommen. Nach der üblichen Kontrolle die unsere Vermutung bestätigte, dass unsere Zwillinge per Kaiserschnitt zur Welt kommen würden, wurde der OP entspannt für uns vorbereitet. Wir durften warten, schossen letzte Bilder und dann ging die Tür auf. Völlige Aufregung breitete sich aus, gleich würden meine Mädels per Kaiserschnitt geholt werden, etwas wovor ich mich fürchtete wie sich andere vor einer Normalgeburt fürchten.

Die PDA

Es begann: Ich krümmte mich für die PDA, spürte im Rücken die Anspannung aller Parteien.

„AAAAAA“ Stille „AUAAAAA MEIN BEIN!!!“

„Sie spürt einen Schlag im Bein, PDA neu ansetzen“

Vielleicht 10 Sekunden erstarrte ich vor Schmerz. Es wurde ein Nerv getroffen, der dazu führte, dass ein schrecklicher Schmerz in meinem linken Bein aufkam. So schrecklich, als würde man eine Autobatterie an mir anschließen. In mir wütete es vor Angst. Was ist wenn..? Es tat so weh, ich wollte weinen, aber der Schmerz war so stark, dass er gar meine Tränen verschlang.

Die zweite PDA wurde gesetzt, die Wirkung trat schnell ein bis, WUMPS, die Töne stumpf wurden und alles vor Augen verschwamm. Ich würde in jedem Moment mein Bewusstsein verlieren – meine exakten Worte waren: „Mir ist schlecht“.

Der Kaiserschnitt

Die Monitore piepten und die Stimmen der Personen dröhnten unverständig durch den Raum. Man spritze über die Venenkatheter eine Flüssigkeit und die Geräusche als auch die Bilder vor Augen wurden langsam wieder deutlicher. Was war da geschehen? „Es ist alles wieder okay, deine Werte sind in Ordnung, spürst du etwas?“ Irina kitzelte an meinem zuvor schmerzerfüllten Bein, ich spürte nichts. Ich dachte nur, “es ist wirklich passiert, ich würde mein linkes Bein nie wieder nutzen können”, doch viel Zeit an meine Gesundheit zu denken blieb mir nicht und mein Bauch wurde geöffnet. Es war tatsächlich so, als könnte ich es spüren, oder es war meine Vorstellung, doch ich könnte schwören den Schnitt an meinem Bauch haargenau gespürt zu haben, nur eben ohne Schmerzen.

Es wurde Still. Ein kurzes Babystöhnen und im nächsten Moment schaute uns über die blaue Wand eine klitzekleine weiße Gestalt mit unglaublich schönen kugelrunden Augen an. Unsere Tochter Alexa war geboren. Ein Druck in meinem Bauch, er fiel spürbar in sich zusammen und schon blitzte eine zweite genauso weiß umhüllte kleine Gestalt mit den gleichen wunderschönen kugelrunden Augen zu uns herab. Unsere zweite Tochter Eva war geboren.

Alexa

geboren 2017 um 10:23 Uhr

mit 2275 Gramm und 47 Zentimetern.

Eva

geboren 2017 um 10:25 Uhr

mit 2580 Gramm und 49 Zentimetern.

Mein Mann wich den beiden Engeln keine Sekunde zur Seite, bald kamen auch die Großeltern und der frisch gebackene große Bruder (2½ Jahre). Wir genossen unser großes Glück in vollen Zügen. Von dem was danach geschehen sollte, hatte ich bis dato noch keinen Schimmer, denn bei keinem Blogger, in keinem Online Portal und auch sonst in keinen persönlichen Gesprächen hatte ich jemals davon gelesen, gesehen oder gehört. Das kommende Ereignis war schrecklich, es war schmerzerfüllt, begleitet von panischer Angst. Es war ein Erlebnis, vor dem mir auch heute noch die Haare zu Berge stehen. Der Moment in dem ich zum ersten Mal aufstehen sollte, NACH EINEM KAISERSCHNITT!

Wollt ihr Genaueres erfahren? Dann mailt mir doch einfach auf meinem Insta-Account @twinny_stars. Für alle Fragen und Anregungen habe ich ein offenes Ohr.

Eure Angelika

Du willst Angelika einen Gruß da lassen?

Dann hüpfe doch mal bei ihrem süßen Instagram Account vorbei! Dort gibt’s wunderschöne Bilder aus ihrem turbulenten Alltag mit drei Kindern.

Liebe Angelika,

vielen, vielen Dank für deinen Geburtsbericht! Mich hat es schon immer interessiert, wie eine Zwillingsgeburt abläuft – super interessant!

Ihr hattet es doch bestimmt geahnt, dass die Mädels am Tag der Klausur kommen würden, oder? Das ist irgendwie so typisch. Hoffentlich konnte dein Mann das alles schön nachholen – aber manchmal gibt’s im Leben einfach wichtigere Dinge.

Es tut mir so leid, dass deine PDA so schmerzhaft war. Das müssen ja höllische Schmerzen gewesen sein. Zum Glück hat es dann beim zweiten Anlauf geklappt…

Du meinst, dass du den Schnitt gespürt hast?! Das wäre ja der absolute Wahnsinn! Verrückt so eine Geburt, oder?!

Angelika – vielen Dank für diesen interessanten Einblick in die Geburt deiner Mädels. Ich wünsche dir und deiner Family alles Gute und freue mich immer über Fotos auf deinem Insta-Profil. Liebste Grüße,

deine Bine