Bloggende Mama – wieso, weshalb, warum?

Wie ihr sicherlich wisst bin ich nicht nur Mama sondern auch Hausfrau. Und es ist nicht immer einfach eine Hausfrau zu sein. Das fängt mit dem Wort Hausfrau an und endet mit zahlreichen stinkenden Windeln und Wutausbrüchen. Nein, Spaß beiseite. Ich bin so froh, dass ich die Zeit zuhause mit meiner Tochter verbringen darf und sie nicht mit 6 oder 8 Wochen in Betreuung geben musste. Ich weiß zu schätzen, dass das finanziell überhaupt möglich ist und bin super dankbar dafür. Hut ab für alle Mamas da draußen, die sich nicht nur um ihre Kinder kümmern, sondern so ganz nebenbei auch noch vollzeit arbeiten müssen. Ihr rockt. Alleinerziehend? Ihr rockt noch mehr.

Die Vorzüge eines Hausfrauendaseins brauche ich euch vermutlich nicht aufzuzählen, ihr kennt sie alle: du stehst auf wann du willst (sofern noch kein Kindergarten oder Schule), planst deinen Tag ganz nach deinem Geschmack und gehst in den Zoo, triffst dich mit Freunden zum Kaffee und gehst spazieren. Kurz: du tust alles, was dein Kind und dich glücklich macht und schaust, dass weder du noch deine Kids zu kurz kommen. Klingt doch eigentlich traumhaft, oder?

Nun ja, es klingt traumhaft. Aber wie meine Mutter schon immer so schön zu mir sagte: der Beruf Hausfrau (stay-at-home mom klingt doch so viel besser) ist der undankbarste Beruf überhaupt. Früher konnte ich das nicht so ganz nachvollziehen, aber heute weiß ich was sie damit meint.

Damit meine ich nicht nur, dass Mann und Kinder es nicht immer zu schätzen wissen, welche Arbeit Mama täglich so vollbringt. Denn auch wenn man seinen Tag gestalten kann wie man will, sind die Nerven doch manchmal stark strapaziert. Und dann ist da noch das Kochen, Einkaufen, Putzen, Aufräumen, Waschen, Gassigehen, und und und. Also alles doch nicht ganz so traumhaft.

Viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass ich ständig das Gefühl habe mich rechtfertigen zu müssen. Nicht selten kam es zu solchen Gesprächen:

Was machst du so beruflich?
Ich: Ich bin Hausfrau und arbeite an meinen Webseiten wenn die Kleine schläft.
Ach, cool. Welche Webseiten?
Ich: Über das Mamasein und dann noch eine andere über das Silicon Valley.
Sehr cool! Wie viel verdienst du damit?
Ich: Nichts bis jetzt. Momentan versuche ich einfach anderen da draußen zu helfen und habe großen Spaß an der Arbeit.

Und schon wird – nach einer kurzen, aber doch sehr unangenehmen Pause – das Thema gewechselt. Denn wer macht schon was, ohne dass er damit Geld verdient? Wie uncool. Und Hausfrau? Ganz wunderbar. Und schon wanderst du von der Friends-to-be-Liste auf die Liste der nichtsverdienenden Langweiler.

Ein Ausgleich muss her

Ich weiß noch genau wie eine meiner Freundinnen – sie war eine der ersten mit Kind – mir erzählt hatte, dass sie neben ihrem Kind einen Ausgleich und den Kontakt zu anderen Erwachsenen bräuchte. Damals, also bevor ich selbst Mama war, fand ich diese Einstellung sehr interessant und dachte mir so still und heimlich, dass mir das bestimmt nicht passieren würde. Ich wollte doch so unbedingt ein Kind, weswegen sollte ich nicht jede einzelne Minute mit ihm genießen?

Mächtig geirrt möchte ich mal sagen. Oft stelle ich nämlich fest, dass mir da irgendetwas fehlt. Auch wenn ich voll und ganz in meiner Mamarolle aufgehe, brauche ich ab und zu einen Ausgleich. Okay, nicht nur ab und zu sondern täglich. Und diesen Ausgleich habe ich mit dem was ich jetzt gerade in dieser Sekunde tue: an meinem Blog zu arbeiten. Und wann arbeite ich daran? Wenn das kleine Monster im Bettchen ist. Was mache ich nur, wenn die kleine Maus keinen Mittagsschlaf mehr macht?! Wie schön wäre es doch für alle, wenn Oma ein bisschen näher als 5700 Meilen von uns entfernt wohnen würde.

Glückliche Mama ist gute Mama

Hoffentlich kommt hier rüber was ich sagen will (wenn nicht, dann liegt es vielleicht daran, dass die Maus schon fünfmal wegen Zahnschmerzen wach war und ich auch mindestens fünfmal hier unterbrochen habe) ist, dass jeder für sich überlegen muss was einen glücklich macht. Du brauchst neben deinem Kind keinen Ausgleich bzw. das Treffen mit Freunden reicht dir aus? Dann ist dies vollkommen in Ordnung.

Du hast das Gefühl, dass das bloße Mamadasein dich nicht völlig erfüllt? Auch kein Problem – du bist deswegen keine schlechtere Mama als die, die keinen Ausgleich benötigt. Wichtig ist nur, dass du glücklich bist, denn wenn du happy bist, dann bist du auch automatisch eine bessere Mama.

Was macht dich glücklich?

Wir alle sind verschieden. Kehre einfach mal in dich und frage dich, ob du mit deiner Mamarolle zufrieden bist so wie sie gerade ist. Was gefällt, was fehlt dir? Was vermisst du? Oftmals ist uns gar nicht bewusst, dass wir neben Kind und Haushalt auch noch ein bisschen Zeit für uns selbst benötigen.

Hattest du vor deinem Kind ein Hobby? Du vermisst es? Dann versuche doch es wieder aufzugreifen! Zugegeben, mit Kind bleibt nicht mehr ganz so viel Zeit übrig. Aber wie eine Freundin mal so schön sagte: man muss eben Prioritäten setzen. Und meine Priorität ist mein Projekt Mamafieber. Zugegeben, ich bin serientechnisch nicht mehr so ganz auf dem neusten Stand, aber die Folgen von Grey’s Anatomy, This is Us, etc. laufen mir nicht davon – ein Hoch auf Netflix & co an dieser Stelle.

Und die Moral von der Geschicht

Hausfrau hin, Hausfrau her, ganz egal ob Ausgleich oder nicht, lass dich nicht verrückt machen und mache dich auch nicht selbst verrückt. Tu das, was dich glücklich macht. „Nur“ eine Hausfrau und du hast die negativen und abfälligen Kommentare anderer satt? Versuche einfach, dir nicht alles so zu Herzen zu nehmen.

Mal ganz ehrlich: häufig fühlen wir Stay-at-home Moms uns auch angegriffen, obwohl unser Gegenüber gar keine bösen Absichten hatte. Vielleicht müssen wir einfach ein bisschen an unserem Selbstwertgefühl arbeiten und uns daran erinnern, welche Arbeit wir täglich vollbringen (die eben nicht anhand eines Gehalts gemessen werden kann). Denn wichtig ist nur eins: dass du mit deinem Leben zufrieden bist. Und genau das ist es, warum ich eine bloggende Mama bin: es erfüllt mich und macht mich überglücklich. Und eine glückliche Mama ist eine gute Mama – meistens zumindest.

So, das war’s auch schon für heute. Zieht euch warm an in dieser Kälte und bis zum nächsten Mal,

2 Kommentare
  1. Steph
    Steph sagte:

    Meine Liebe,
    du sagst, dass kein Geld reinkommt mit dem Beruf Hausfrau, aber das sehe ich etwas anders. Ueberlege doch mal wieviel Geld ihr dadurch indirekt auch spart? Was kostet denn ein privater Koch? Oder Dry Cleaner? Oder Babysitter? Nanny?
    Give yourself some more credit! <3

    Antworten
    • Bine
      Bine sagte:

      wie lieb, Steph! Da hast du natürlich vollkommen Recht…Daycare hier bei uns kostet mindestens so um die $1200 – im Monat, pro Kind. Jetzt stell dir mal vor du hast zwei oder drei Kinder!

      Antworten

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