Meine Follikelpunktion

Seit 155 Tagen bin ich schwanger. Mein kleines Wunder befindet sich also schon seit 155 Tagen in mir und entstand vor 157 Tagen in Form eines winzigen Embryos. Doch angefangen hat das Ganze eigentlich mit der Follikelpunktion, denn ohne sie keine Befruchtung in der Petri-Schale und somit auch kein Embryo. Verrückt, wenn man mal so darüber nachdenkt.

Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, habe ich in den letzten zwei, drei Wochen keine Updates über meine IVF rausgeschickt. Wie das Ganze ausgegangen ist, verrate ich euch in diesem Beitrag.

Junge oder Mädchen aussuchen bei einer IVF

Vor Kurzem hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer Bekannten. Sie ist Amerikanerin und hatte vor zwei Jahren (nach diversen anderen Behandlungen) eine IVF hier in den USA. Als ich ihr von meiner IVF erzählte, hatte sie mich gefragt, ob ich denn das Geschlecht meines Embryos wusste. Da war ich dann doch etwas überrascht, da mir nicht bewusst war, dass man das bereits vor dem Transfer testen lassen und somit sein Wunschgeschlecht aussuchen kann – zwar nicht in Deutschland, aber in den USA geht das.

Frau nach Follikelpunktion am Tropf

Da lag ich nun, mit einem Handtuch bedeckt und am Tropf. Leicht aufgeregt. Small-Talk mit der Anästhesistin und der Arzthelferin über mein Leben in Kalifornien. Dann wurden meine Beine festgebunden, der Arzt kam rein und man verabreichte mir das Narkosemittel. „Das Mittel wirkt schnell”, wurde mir gesagt. Und das stimmt, denn das Nächste, woran ich mich erinnern kann, war, dass ich im OP die Augen öffnete und panisch dachte (und sagen wollte): ihr habt mir zu wenig Narkosemittel gegeben! Ich bin wach! Die Panik schwand aber gleich als ich feststellte, dass alle um mich herum ruhig blieben. Und schon wurde ich zu meinem Mann geschoben, der brav im Aufwachraum auf mich wartete.

Frau mit Schmerzen im Bett nach IVF

Wir alle sind verschieden und egal was ich hier schreibe, werden mir vermutlich 50% aller IVF-Patientinnen widersprechen. Solltet ihr selbst vor einer IVF oder ICSI stehen, dann lasst euch eins gesagt sein: macht euch nicht verrückt, lest nicht so viel darüber und lasst alles auf euch zukommen. Da das aber immer leichter gesagt als getan ist, hier trotzdem mal für alle Wissbegierigen einen kleinen Einblick bzw. Erfahrungsbericht, wie ich mich nach meiner IVF gefühlt habe.

Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich gestehen, dass die Nachwirkungen meiner IVF so viel schlimmer sind als ich dies erwartet hatte. Bisher hatte ich nur von Freundinnen, die selbst durch eine IVF mussten, gehört, dass es ihnen zwei Tage nach der Punktion schon wieder fast normal ging. Bei mir war das anders. Deshalb würde ich generell sagen, dass die Schmerzen erst mit bzw. nach der Punktion entstehen. Zugeben, all die Spritzen waren kein Spaß, aber großartige Schmerzen hatte ich davon zum Glück keine.

Kanüle an der Hand nach der Follikelpunktion im Aufwachraum

Vor ein paar Tagen hatte ich meine Follikelpunktion sowie meinen Embryotransfer, sodass ich mich jetzt in der schrecklichen Wartephase meiner IVF befinde. Hat es geklappt? Bin ich schwanger oder war alles umsonst? Wie geht es weiter, wenn es nicht geklappt hat? Fragen wie diese bestimmen meine Gedanken. Wer schon einmal in einer solchen Situation war, der weiß, wie anstrengend dieser „two weeks wait“ ist. Man wartet und hofft, nur um am Ende wieder enttäuscht zu werden.