Zugegeben, hier war es ruhig in letzter Zeit. Was hatte ich mir Ende 2019 noch alles vorgenommen – und dann kam alles ein wenig anders. Aber nein, davon will ich dir heute gar nicht erzählen, denn das würde definitiv den Rahmen sprengen. Ich habe ja ohnehin nur X Minuten Zeit zum Schreiben. Eben so viele, bis die kleine Eule wieder schreiend wach wird. Das kann in 10 Stunden sein oder, wenns suuuuper läuft (danke, liebe Zähne!), eben auch in 10 Minuten. Who knows.

Aber jetzt mal her mit den Infos. Du bist im Dauerurlaub in Deutschland?

Ganz genau. Wir wollten ganze zwei Wochen nach Deutschland zu Besuch kommen und mittlerweile sind wir bei 8 weeks and counting. Ganz große Klasse. Naja, es könnte schlimmer sein…zum Beispiel könnte man gerade in den USA sein – einem Land mit „beautiful [Corona] tests“, jawohl! Ein Land, das so ganz hervorragend auf diese Pandemie vorbereitet war. Aber auch kein Wunder, schließlich haben wir dort ja auch den besten Präsidenten aaaaaller Zeiten!

Naja, jetzt rutsch ich besser mal nicht auf die politische Schiene ab. Zurück zu Corona (wenn das mal nicht das Unwort von 2020 wird).

Wir hatten also unsere Flüge schon seit Monaten gebucht. Es war Februar und so langsam wurde klar: dieses Coronavirus hat’s in sich. Da kommt was auf uns zu.

Nun hatten wir uns so eine richtig fette Seuche eingefangen: Husten, Schnupfen & Heiserkeit (Corona? Maybe, maybe not. Aber zumindest hatten wir mal kein Fieber). Eben das, was man sich so vor einem Langstreckenflug wünscht. Schon ohne Corona wäre ich nicht begeistert gewesen mit angeschlagenen Kids zu fliegen, aber mit einer fetten (wenn auch abklingenden) Erkältung war ich nicht ganz so entzückt.

Aber was tun? Mal so eben $2000 in die Tonne treten und verfallen lassen? Auch blöd. Aber Gesundheit geht vor. So schwankte ich eine Woche vor Abflug zwischen „Juhu, wir kommen“ und „Das kann ich nicht verantworten“.

Eine schwierige Entscheidung

Ich kontaktierte unseren Hausarzt und bat ihn um seine Meinung zur Reise nach Deutschland. Zugegeben, zu diesem Zeitpunkt war selbst die WHO noch der Auffassung, dass eine Pandemie sehr unwahrscheinlich sei. Unser Arzt war dann der Meinung, dass wir durchaus fliegen könnten, sollte sich der Gesundheitszustand nicht verschlimmern. Wir sollten dafür sorgen, alles gut zu desinfizieren.

Doch mein Mann und ich waren uns noch immer unschlüssig. Was, wenn wir uns unterwegs anstecken würden und das mit einem ohnehin angeschlagenen Immunsystem? Sollten wir es wirklich riskieren? Was, wenn sich die Lage verschlimmern würde (haha!) und wir nicht mehr in die USA einreisen könnten?

Tja. Als hätten wir es geahnt. Am Tag vor unserem Abflug und ca. 30 Telefonaten in einer Woche mit meinen Eltern waren wir uns noch immer unschlüssig. Ein komisches Gefühl, schließlich hatte ich noch nichts gepackt.

Mal „schnell“ packen

Nach einem ewigen Hin und Her am späten Nachmittag dann die Entscheidung: sollte es den Kids am Morgen gut bzw. besser gehen, dann würden wir fliegen. Also gut, dann mal schnell Koffer packen für vier Personen plus Hund.

Unnötig zu erwähnen, dass es noch ein biiiischen stressig wurde. Während mein Mann nochmal mit den Kids und unserer Lily zum Trail ging, packte ich in Windeseile unsere Sachen. Win Spaß kann ich dir sagen.

Spät am Abend ging’s dann ins Bett mit der Gewissheit: vielleicht fliegen wir morgen nach Deutschland. Wohoo. Ich muss schon sagen, dass ich mich vor einem Flug noch nie so unvorbereitet gefühlt hatte.

Pinterest: Corona und unser Dauerurlaub in Deutschland

Deutschland, wir kommen!

Am Morgen war dann klar: den Kids ging es unverändert. Sie husteten beide noch so vor sich hin, aber es schien wieder ein bisschen besser geworden zu sein. Wir entschieden uns also dazu, unsere Reise anzutreten.

Einziges Problem? Wir hatten schon unseren Mietwagen zum Flughafen abgesagt (mit Gepäck, Kinderwagen, Hund und Kindersitze hätten wir niemals in ein Auto meiner Freunde gepasst). Wie also zum Flughafen kommen?

Zum Glück gibt’s in den USA ja Lyft und Uber. Mein Mann meinte dann so ganz trocken: „wenn wir kein Lyft zum Flughafen kriegen, dann bleiben wir halt hier.“ An dieser Stelle sagte ich mir mal wieder woooozaaa, Bine!, atmete tief durch und zählte bis auf drei. Der hat manchmal echt die Ruhe weg und treibt mich damit auch kaum auf die Palme.

Lange Rede kurzer Sinn: wir bekamen glücklicherweise tatsächlich ein Lyft. Alles passte gerade so eben ins Auto und der Fahrer hatte glücklicherweise auch nichts dagegen, unseren Hund mitzunehmen.

Los geht’s

Am Flughafen angekommen ging es dann auch ganz schnell. Im glücklicherweise relativ leeren Flugzeug desinfizierten wir erstmal unsere Armlehnen, Bildschirme und Tabletts und machten es uns gemütlich.

10,5 Stunden später waren wir dann auch schon in Frankfurt. Zugegeben, auch zu dieser Anfangszeit von Corona war es mir furchtbar unangenehm, dass meine Kids ab und zu husten mussten. Hab mich schon fast wie ein Schwerverbrecher gefühlt.

Nun gut, jetzt sind wir hier in Deutschland. Eine Woche vergeht nach der anderen und wir wissen nicht, wann es wieder zurück geht. Zwar dürften wir in die USA einreisen, aber wir werden das erst dann tun, wenn man wieder direkt nach San Francisco fliegen kann und sich die Lage ein wenig entspannt hat. Dem Dauerurlaub steht also nichts im Wege.

Was ist mit der Arbeit?

Ach, du fragst dich vielleicht jetzt, ob meine bessere Hälfte nicht arbeiten muss. Doch, doch. Glücklicherweise wurde das Office dort vorübergehend geschlossen, sodass ohnehin jeder von zuhause arbeiten muss. Er fängt also am frühen Abend mit der Arbeit an und arbeitet dann bis mitten in der Nacht.

Jetzt warten wir mal ab, wie alles weiter geht. Übrigens hausen wir schon seit Beginn unserer Reise bei meinen Eltern – da wird’s schon ganz schön kuschelig. Auch wenn hier im Großen und Ganzen alle gut miteinander klar kommen, freue ich mich schon seeehr auf meine eigenen vier Wände. Wann auch immer ich die wieder sehen werde. Übrigens: wenn ich geahnt hätte, dass wir hier wirklich zu Dauerurlaubern werden, dann hätte ich noch das ein oder andere aus meinem Kühlschrank entsorgt…

So meine Liebe, ich widme mich jetzt mal der Couch. Die Eule schläft noch immer (wohooo!) und ich gönn‘ mir noch ein paar Minuten stupides Fernsehen. Muss auch mal sein. Passt bitte alle auf euch auf und haltet durch!

Liebste Grüße aus der Pfalz,

deine Bine

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