***Die passende Podcast-Folge zum Thema PCO-Syndrom findest du hier***

Wie ihr sicherlich alle wisst bin ich unfruchtbar. Das Ganze habe ich dem PCO-Syndrom zu verdanken, womit ich 2017 diagnostiziert wurde. Zuvor hatte ich noch nie von diesem Syndrom gehört, was mich ganz schön wütend macht. Wieso? Weil ich jahrelang wegen meiner Akne zu diversen Haut- und Frauenärzten gegangen war und die verrücktesten Medikamente eingenommen hatte – alles ohne Erfolg. Keiner dieser Ärzte ist je auf die Idee gekommen, dass die Ursache für meine Beschwerden das PCO Syndrom sein könnte. 

Aus diesem Grund habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, euch da draußen ein bisschen aufzuklären: was genau ist das PCO-Syndrom? Wie äußert es sich und was kann man dagegen tun? Welche Anzeichen gibt es und wann sollte ich zum Arzt gehen? Fragen wie diese werde ich hier beantworten.  

Doch bevor ich loslege, ein kleiner rechtlicher Hinweis: ich bin kein Experte und wie immer findet ihr hier nur meine eigene Meinung. Obwohl ich mir sehr viel Mühe gebe, damit folgender Beitrag der Wahrheit entspricht, übernehme ich keine Gewähr für die Richtigkeit des Inhalts. Bitte kontaktiert euren Arzt, sollten ihr einen Verdacht auf das PCO-Syndrom haben.

Was ist das PCO Syndrom?

PCO-Syndrom (im englischen auch gerne als PCOS abgekürzt) steht für polyzystisches Ovarialsyndrom und ist eine hormonelle Störung. Diese kann bei Frauen im gebärfähigen Alter auftreten. Das PCO Syndrom ist nicht selten, denn fast 10% der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter leiden darunter.

Typische Merkmale für PCOS

  • Lange, unregelmäßige Zyklen oder Periode bleibt ganz aus
  • Zysten in den Eierstöcken (polyzystische Ovarien)
  • Überschuss an männlichen Hormonen (verstärkte Körperbehaarung, Haarausfall, fettige Haut, Akne)

Wie diagnostiziert der Arzt das PCO-Syndrom?

Wenn der Patient mindestens zwei dieser drei Kriterien erfüllt, dann stellt der Arzt die Diagnose PCO. Die Eiterstöcke werden per Ultraschall untersucht und es wird überprüft, ob mehrere Zysten im Eierstock vorhanden sind. Diese aufgereihten Zysten sehen auf dem Ultraschall wie kleine Perlchen aus – deshalb der Name polyzystisches Ovarialsyndrom (Ovar=Eierstock).

Welche Probleme bringt PCO mit sich?

Zunächst: die Symptome wie Akne und starker Haarwuchs sind zwar nicht gefährlich, sind aber für die Betroffene eine große Belastung. Viel schlimmer ist jedoch, dass PCO gesundheitliche Probleme mit sich bringt: viele Frauen sind unfruchtbar, da sie keinen Eisprung haben. Außerdem leidet die Hälfte der PCO-Patientinnen an Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Das PCO-Syndrom kann aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringen. 

Jetzt wird es kompliziert: die Insulinresistenz

Viele Patienten haben eine Insulinresistenz. Deshalb wird für eine PCO-Diagnose neben einem Hormon-Blutbild auch ein Zuckertest durchgeführt. Hierbei wird überprüft, ob der Körper in der Lage ist, den Zucker abzubauen. Ist er es nicht, so liegt eine Insulinresistenz vor: die Körperzellen können nicht genügend Zucker aus dem Blut aufnehmen, weil sie nicht mehr auf das Signal des Stoffwechselhormons Insulin reagieren (Insulin entsteht immer dann, wenn viel Zucker im Blut ist). Somit bildet der Körper immer mehr Insulin, was den Körperzellen aber ziemlich egal ist.

Dieser dauerhaft erhöhte Insulinspiegel begünstigt Übergewicht und Diabetes. Außerdem bringt es den Hormonhaushalt völlig durcheinander. Der Körper reagiert mit einer Überproduktion männlicher Hormone, was dann wieder Symptome wie Akne und Haarwuchs verstärkt. Ein Teufelskreis.

Übergewicht: ein Symptom oder eine Ursache?

Eins ist klar: viele PCO-Patienten sind übergewichtig. Leidet die Frau an einer Insulinresistenz (Vorstufe von Diabetes), so kann das Übergewicht ein Symptom dessen sein. Es gibt aber durchaus auch schlanke PCO-Patienten, die eine Insulinresistenz haben. Außerdem gibt es ebenso übergewichtige Frauen, die keine Insulinresistenz haben. 

Gute Nachricht bei Übergewicht und Insulinresistenz

Studien haben gezeigt, dass sich Abnehmen positiv auf den Hormonhaushalt auswirken kann. Bedeutet, dass übergewichtige Frauen eine Chance haben, ihr PCO in den Griff zu bekommen. Also: gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung können hier Wunder wirken und die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen.

Anders sieht es dabei bei schlanken Frauen ohne Insulinresistenz aus.

Bei ihnen kann der Hormonhaushalt meist nicht auf natürliche Weise reguliert werden, sondern es muss zu einer hormonellen Behandlung gegriffen werden. 

Was tun bei Kinderwunsch?

Wie gesagt, das PCO-Syndrom verhindert meist den Eisprung. Deshalb kann der Arzt bei einem Kinderwunsch Medikamente wie Clomifen verschreiben, die dann einen Eisprung anregen. Sollte dies zu keinem Erfolg führen, dann kann der Arzt andere Hormone verschreiben, beispielsweise Gonadotropine (wie Menogon), die gespritzt werden. Da bei diesen Behandlungen oftmals mehrere Eizellen springen, entsteht ein erhöhtes Risiko auf Mehrlinge.

Kein Kinderwunsch?

Dann kann eine Antibabypille helfen. Sie hemmt die Bildung männlicher Hormone, wodurch Beschwerden wie Akne und co vermindert werden.

Ursache von PCO und Vorbeugung

Leider ist das PCO-Syndrom noch ziemlich unerforscht. Man weiß, dass verschiedene Einflüsse die Entstehung von PCO begünstigen. Außerdem ist PCO vererbbar.

Ein gesunder Lebensstil kann Übergewicht und einer Stoffwechselstörung vorbeugen, die das PCO-Risiko erhöhen. Allerdings kann das Risiko durch erbliche Veranlagung leider nicht beseitigt werden.

2 Kommentare
  1. Heidy von Asseburg
    Heidy von Asseburg sagte:

    Ich habe PCO Syndrom und eine Insulin Resistenz und bin Diabetiker mit einen starken haarwuch wie ein Mann oder noch schlimmer nicht jeder ist geeignet für eine hormonelle Therapie in meinen fall leider nicht dass wissen die meisten Frauen Ärzte nicht, ich bitte euch geht zu einen guten endokrinologen oder einen Zentrum für endokrinologie und Stoffwechselkrsnkheiten dort kriegt ihr jedem Antwort die ihr bbraucht und man muss sicht nicht schämen lg

    Antworten
    • Bine
      Bine sagte:

      Liebe Heidy,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Das tut mir sehr leid, dass du unter PCO leidest. Starker Haarwuchs ist sicherlich sehr belastend. Ich gebe dir voll und ganz recht – es ist super wichtig, einen Experten aufzusuchen, sollte man eine ausgeprägte Form des PCOs haben. Dort ist man sicherlich am Besten aufgehoben.
      Ich wünsche dir alles Gute,
      Bine

      Antworten

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