Stifte-Kindergarten-Crayons-USA

Heute habe ich aus gegebenem Anlass mal ein ganz besonderes Thema: die Kindergartensituation in den USA. Meine Tochter wurde nämlich gerade zwei Jahre alt und das bedeutet, dass ich sie jetzt unbedingt bei einem Kindergarten auf die Warteliste setzen lassen muss. Ansonsten wird das vermutlich nichts mit einem Platz mit 3 Jahren.

Durch meine Freundinnen aus Deutschland habe ich mitbekommen, dass es heutzutage gar nicht mal so einfach ist in Deutschland einen Kindergarten- oder Krippenplatz zu bekommen. Wer in größeren Städten wie Berlin oder München lebt, für den ist es wohl noch eine Nummer schwieriger. Wenn ich es richtig verstanden habe, hängt der Betrag der Zuzahlung wohl auch vom jeweiligen Bundesland ab und – soweit ich weiß – ist da von kostenlos bis  zu über 2000 Euro pro Jahr alles dabei. Wie sieht es aber dagegen in den USA aus?

Um einiges teurer, kann ich da nur sagen. Zunächst muss man wissen, dass die Kindergärten alle privat sind und deshalb kostenpflichtig sind. Erst wenn das Kind 5 Jahre ist kann es zum „Kindergarten“ gehen – das Ganze ist dann staatlich und somit kostenlos. Aber Moment mal: was ist denn jetzt „Kindergarten“ und was genau ist dann das davor? Ich muss gestehen, dass ich dieses amerikanische System ziemlich verwirrend finde.

Hier eine Übersicht:

Mann muss jedoch dazu sagen, dass es durchaus Preschools gibt, die die Kinder schon mit 2,5 Jahren aufnehmen. Andere Schulen haben wiederum den Kindergarten schon ab 4. Wie ihr seht ist das alles ein bisschen kompliziert und ich hoffe, dass ich da irgendwann mal durchblicke. Hinzu kommt übrigens, dass es da dann noch das Pre-K (Pre-Kindergarten) Modell gibt, bei welchem 4-Jährige auf den amerikanischen “Kindergarten” vorbereitet werden. 

Von Freunden und Bekannten habe ich mitbekommen, dass in den USA schon relativ früh mit dem Lesen und Schreiben angefangen wird. Soweit ich weiß, lernen die Kleinen mit 5 schon die Basics und haben ihre Lernhefte – somit deutlich früher als in Deutschland. Doch ob das wirklich besser ist lasse ich mal so dahingestellt (meiner Meinung nach ist das Spielen mit anderen Kindern und somit das Erlernen der sozialen Kompetenz mitunter das Allerwichtigste).

Nun gut, wir wissen jetzt eines: das Kindergartensystem in den USA sieht um einiges verzwickter aus als in Deutschland. Wie sieht es aber mit den Kosten aus? Kürzlich wurde ich von einer Journalistin für die Brigitte Mom interviewt (Details folgen!) und am Ende unseres Gesprächs redeten wir noch kurz über die Kindergartensituation. Die Gute konnte nicht glauben, wie hoch bei uns die Kosten sind. Deshalb hier mal eine Übersicht für euch von der Preschool, bei der ich die Maus vermutlich bald auf die Warteliste setzen lassen werde.

Die monatlichen Gebühren für eine Preschool:

Wer ein Geschwisterkind anmeldet, der bekommt hier noch einmal 5% Rabatt – ein Schnäppchen also! Hinzu kommt, dass man noch die ein oder andere Gebühr zahlen muss und außerdem mindestens 10 Stunden im Jahr voluntieren muss. Wer das nicht tut, dem werden $25 pro Stunde berechnet. 

Na, was sagt ihr dazu? Im Vergleich zu anderen Preschools auf der anderen Seite des Hügels (wir wohnen ja etwas abgeschottet am Meer), ist das bei uns ein Schnäppchen. Im Silicon Valley zahlt man auch mal gern das Doppelte. Unvorstellbar irgendwie. Das können sich dann auch nur die Leute leisten, die hier einen guten Job in einer der großen Firmen haben. 

Nächste Woche werde ich mal mit der Maus zwei verschiedene Preschools besuchen und dann entscheiden, bei welcher ich sie auf die Warteliste setzen werde. Ich halte euch hier natürlich wie immer auf dem Laufenden. Bis dahin,

 

 

 

4 Kommentare
  1. PrinzessinN
    PrinzessinN sagte:

    Das ist ja interessant wie unterschiedlich das in allen Ländern gehandhabt wird.
    Bei uns (Schweiz) gehen die Kinder mit 4 oder 5 in den Kindergarten. Soweit ich weiss, zahlt man nichts zusätzlich dafür.

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  2. Semra
    Semra sagte:

    Hallo liebe Bine , dein Beitrag ist sehr interessant für mich, denn ich spiele bzw. wir spielen mit dem Gedanken nach Amerika auszuwandern . Haben ein kleinen Sohn 1 Jahr und 4 Monate . Am liebsten würden mich in der Nähe von Los Angeles ziehen . Könntest du mir evtl ein paar Tipps geben , jetzt auch was die Kindergärten dort ungefähr kosten und wie die Mieten so in der Regel sind . Eig habe ich ganz viele Fragen aber fangen wir erstmal mit denen 2 an :))) Lg Semra

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    • Bine
      Bine sagte:

      Liebe Semra, danke für deine Nachricht. Los Angeles – da ist das Wetter immerhin besser als bei uns. 🙂 Da ich selbst dort noch nicht gelebt habe, kann ich nicht soo viel darüber sagen. Doch soweit ich weiß sind die Wohn- und Betreeungskosten ähnlich wie bei uns, evtl. je nach Gebiet ein bisschen tiefer. Schau einfach mal auf trulia.com vorbei, dann kriegst du einen Eindruck was die Hauspreise/ Mietkosten angeht. Dabei musst du unbedingt darauf achten, in welchem Viertel die Immobilie ist – denn hier in den USA gibt es ziemlich schlechte Wohngebiete, die man unbedingt meiden sollte. Aber auch das kannst du dir auf dieser Seite anzeigen lassen.

      Ansonsten google mal Preschool in Los Angeles, dann solltest du da auch einen Überblick bekommen. Aber wie gesagt, das wird vermutlich ähnlich teuer sein wie bei uns.
      Lass mich wissen, falls du noch mehr Fragen hast.
      Liebe Grüße,
      Bine

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