Wir haben November und während es in einigen Teilen der USA derzeit schneit ohne Ende, ist es bei uns in Nordkalifornien über Tag noch ziemlich warm und schön. Zugegeben, abends würde ich am Liebsten mit meiner Winterjacke nach draußen gehen, aber ich bin auch ein verfrorener Mensch.

Doch das warme, trockene Klima bringt auch eine große Gefahr mit sich: Brände. Jetzt ist mal wieder passiert, wovor sich viele fürchten: 300 Kilometer nördlich von uns ist ein großes Feuer, das sogenannte Camp Fire, ausgebrochen und hat schon mehr als einen ganzen Ort zerstört. Eigentlich würde man jetzt denken, dass das ja so weit weg ist und man davon überhaupt nichts mitbekommt. Die Realität sieht dagegen anders aus.

Vor zwei Tagen nämlich, als das Feuer am Morgen ausgebrochen war, kam bei uns am Nachmittag der Rauch an. Noch bevor wir es riechen konnten, wunderten wir uns über diese einziehende Schlechtwetterfront. Eigentlich kommt so ein Wetter doch immer nur vom Meer? Aber nein, irgendwie war das anders als sonst. Die Wolkenfront hatte eine merkwürdige Farbe.

Da sagte ich noch zu meinem Mann: „irgendwie sieht das aus wie Rauch. Brennt es hier irgendwo?“ Als wir dann nach draußen gingen wussten wir bescheid – es war definitiv Rauch. Eine kurze Googlesuche später war uns dann klar, wo es herkam.

Das war vor zwei Tagen.

Wir haben seitdem kein Fenster aufgemacht und gehen nur nach draußen, wenn es unbedingt sein muss. Denn die Luft ist wirklich schlecht – es riecht stark nach Rauch und es gab schon mehrere Warnungen, dass die Luftqualität gerade äußerst schlecht sei und man das Haus nicht verlassen sollte.

Doch während wir uns hier über die Luft beschweren, haben die Menschen im Norden ganz andere Probleme: sie haben alles verloren, zum Teil auch Angehörige oder ihre geliebten Tiere. Die Menschen suchen Schutz bei Freunden und Familie, zum Teil auch in unserem Örtchen.

Was wir hier mitbekommen

Schon wie beim letzten Feuer in Napa beginnt wieder eine große Hilfsaktion: an Schulen werden Spenden gesammelt, darunter Kleidung, Kindersachen, Windeln und co. Einfach alles, was man im Alltag so braucht. Was man sonst noch mitbekommt? Aufrufe von Freunden und Bekannten auf Facebook und co, die wiederum jemanden kennen, der alles verloren hat und Hilfe benötigt.

Wenn man von solchen Schicksalen hört, dann wird einem immer wieder bewusst, dass es uns alle treffen kann. Vermutlich ist das auch der Grund (sowie die ohnehin sehr hilfsbereite Einstellung der Amerikaner), dass man jetzt hilft wo man nur kann.

Deshalb beschwere ich mich jetzt auch nicht weiter über die Luftqualität oder die Tatsache, dass wir unser Wochenende mal komplett im Haus verbringen und denke stattdessen darüber nach, wie man den Hilfsbedürftigen am Besten helfen kann. Außerdem denke ich an die vielen Feuerwehrmänner, die da oben gerade ihr Leben riskieren und hoffe, dass das Feuer ganz bald gelöscht ist – auch, wenn es momentan nicht danach aussieht.

Hallöchen, ich bin die Bine und bin unfruchtbar. Ich habe den Kampf gewonnen, habe dem PCO-Syndrom mit meiner IVF in den Hintern getreten. Mit meinem Blog möchte ich euch einen Einblick in das Thema unerfüllter Kinderwunsch geben, zeigen, dass ihr nicht alleine seid und es kein Tabuthema sein muss. Außerdem schreibe ich über Schwangerschaft, Familie und mein Leben in Kalifornien. Wem das nicht reicht, darf gerne in meinen Podcast reinhören. Viel Spaß!

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