Zu Beginn einer Kinderwunschbehandlung muss der Arzt abklären, weshalb eine Schwangerschaft ausbleibt. Erst wenn eine Diagnose vorliegt, kann man auch dementsprechend behandelt werden. Deshalb gibt es die unterschiedlichsten Tests, die auf Mann und Frau zukommen.

Während beim Mann meist nur ein Spermiogramm erstellt wird, müssen wir Frauen ein bisschen mehr auf uns nehmen. Neben zahlreichen Blutuntersuchungen zur Bestimmung unserer Hormonwerte wird auch ein Ultraschall gemacht. Hier schaut sich der Arzt die Eierstöcke an und kann sich ein Bild davon machen, ob die Eierstöcke die PCO-typische „Perlenkette“ aufweisen (mehr Infos zum PCO-Syndrom folgen in Kürze).

Doch damit nicht genug.

Meist steht da noch ein anderer Test auf der To-Do-Liste, der von Vielen gefürchtet wird: die Eileiterdurchgängigkeitsprüfung. Hier gibt es unterschiedliche Methoden:

  • HSSG (Hystero-Salpingo-Sonographie), auch Echovist-Untersuchung genannt: wie eine HSG, doch Ultrastall anstelle von Röntgenuntersuchung
  • Chromolaparoskopie: Kombination aus Bauchspiegelung und Eileiterdiagnostik – unter Vollnarkose
  • HSG (Hystero-Salpingo-Graphie)

In diesem Beitrag wird die HSG vorgestellt, die in den USA üblich ist und auch noch in Europa angewandt wird. Warum ist sie so gefürchtet und was genau wird bei einer HSG untersucht? Wie läuft die Untersuchung ab? Tut es wirklich so weh, wie Viele sagen?

Eins vorweg: keine Sorge. Alles nur halb so schlimm meiner Meinung nach und ich wünschte, dass ich zuvor nicht so viele negative Erfahrungsberichte gelesen hätte – dann wäre ich definitiv entspannter zu meiner Untersuchung gegangen. Ein kleiner Hinweis noch am Rande: ich bin kein Arzt, also alle Infos ohne Gewähr. Bitte kontaktiere deinen behandelnden Arzt, solltest du Fragen haben – danke!

Was genau ist eine HSG?

Die HSG ist eine Röntgen-Untersuchung der Gebärmutter um Form und Größe der Gebärmutter sowie die Durchgängigkeit der Eileiter zu bestimmen. Während die Röntgenaufnahmen gemacht werden, wird ein Kontrastmittel durch die Scheide in die Gebärmutter und Eileiter injiziert.

Zu welchem Zeitpunkt sollte die Eileiterdurchgängigkeitsprüfung gemacht werden?

Generell wird empfohlen, diese Untersuchung zwei Tage nach Abklingen der Mensturationsblutung durchzuführen. Wichtig ist, dass eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Bestehen Zweifel, so sollte zuvor ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Wie läuft die HSG ab?

Der behandelnde Arzt führt ein Spekulum in die Scheide ein. Nachdem der Gebärmutterhals mit einem desinfizierenden Mittel behandelt wurde, wird ein Katheter (ein kleiner Schlauch wie bei einer Insemination) in den Gebärmutterhalskanal eingeführt.

Sitzt der Katheter so wie er soll, so wird das Spekulum entfernt. Die Patientin wird daraufhin aufgefordert, eine bestimmte Position auf dem Tisch einzunehmen. Hier ist Vorsicht geboten, damit der Katheter nicht verrutscht.

Schließlich wird der Arzt oder Radiologe das Kontrastmittel durch den Katheter in die Gebärmutter leiten. Zeitgleich werden die Röntgenaufnahmen gemacht. Der ganze Prozess von der Einführung des Katheters bis zur Röntgenaufnahme dauert nur wenige Minuten.

Welche Medikamente sollten eingenommen werden?

Manche Ärzte empfehlen die Einnahme eines Antibiotikums, um einem Infektionsrisiko entgegenzuwirken. In den USA wird beispielsweise dazu geraten, schon vor dem Eingriff ein Schmerzmittel einzunehmen.

Ist dieser Eingriff schmerzhaft?

Generell ist diese Untersuchung nicht schmerzhaft, eher ein wenig unangenehm. Manche Frauen berichten aber davon, dass sie während der Injektion des Kontrastmittels kurzzeitig Krämpfe oder Schmerzen verspüren.

Sollte ein oder beide Eileiter verklebt oder verschlossen sein, so wird ein bisschen mehr Druck durch das Kontrastmittel ausgeübt, was von Patientinnen häufig als äußerst schmerzhaft und unangenehm bezeichnet wird.

Das Gute an der HSG?

Viele Ärzte berichten davon, dass einige ihrer Patientinnen nach dem Eileiterröntgen schwanger geworden sind. Es wird vermutet, dass das „Durchspülen“ der Eileiter die Reise des Eies begünstigt. Ob dem wirklich so ist bleibt natürlich dahingestellt.

Meine eigene Erfahrung:

Meine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung war absolut schmerzfrei. Ich hatte die ganze Zeit auf den schmerzhaften Teil gewartet, war angespannt und aufgeregt. Doch dann hörte ich auch schon die Worte: „That’s it, we’re done! Everything looks perfect.“

Natürlich war ich sehr erleichtert. Zum einen, weil meine Gebärmutter unauffällig aussah und beide Eileiter in Ordnung waren, und zum anderen, weil das Ganze schnell und so ganz ohne Schmerzen abgelaufen war.

Der negative Teil? Obwohl mir zuvor gesagt wurde, dass diese Untersuchung die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen würde, wurde ich auch in diesem Zyklus trotz Insemination nicht schwanger.

Hoffentlich konnte ich euch mit diesem Beitrag ein wenig die Angst vor dem Eileiterröntgen nehmen. Bei mir hat es sich nicht anders angefühlt wie eine IUI. Natürlich ist mir bewusst, dass diese Untersuchung bei verschlossenen Eileitern wieder ganz anders ablaufen kann. Aber jetzt hoffen wir einfach mal, dass bei euch auch alles „frei“ ist – ich drücke euch wie immer die Daumen so fest ich kann,

Hallöchen, ich bin die Bine und bin unfruchtbar. Ich habe den Kampf gewonnen, habe dem PCO-Syndrom mit meiner IVF in den Hintern getreten. Mit meinem Blog möchte ich euch einen Einblick in das Thema unerfüllter Kinderwunsch geben, zeigen, dass ihr nicht alleine seid und es kein Tabuthema sein muss. Außerdem schreibe ich über Schwangerschaft, Familie und mein Leben in Kalifornien. Wem das nicht reicht, darf gerne in meinen Podcast reinhören. Viel Spaß!

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