Kanüle an der Hand nach der Follikelpunktion im Aufwachraum

Vor ein paar Tagen hatte ich meine Follikelpunktion sowie meinen Embryotransfer, sodass ich mich jetzt in der schrecklichen Wartephase meiner IVF befinde. Hat es geklappt? Bin ich schwanger oder war alles umsonst? Wie geht es weiter, wenn es nicht geklappt hat? Fragen wie diese bestimmen meine Gedanken. Wer schon einmal in einer solchen Situation war, der weiß, wie anstrengend dieser „two weeks wait“ ist. Man wartet und hofft, nur um am Ende wieder enttäuscht zu werden.

Nun gut, um meine Wartezeit sinnvoll zu nutzen, schreibe ich jetzt hier einfach mal meine Erfahrung bezüglich der Punktion auf. Dabei werde ich auf folgende Fragen eingehen:

  • Was genau ist eine Punktion?
  • Was macht der Arzt bei einer Punktion und wie lange dauert sie?
  • Was brauche ich am Tag des Eingriffs und was muss ich sonst beachten?
  • Ist die Punktion schmerzhaft?
  • Werde ich nach der Punktion Schmerzen haben?

Was genau ist eine Punktion?

Für alle „Newbies“ unter euch, die zum Glück keine eigene Erfahrung mit einer In-Vitro oder ICSI machen mussten, möchte ich im Folgenden ein bisschen mehr über eine Follikelpunktion, also der Eierentnahme, erzählen. Die Punktion, die ca. 36 Stunden nach medikamentöser Auslösung des Eisprungs unter Vollnarkose durchgeführt wird, entfernt der Arzt alle Eibläschen in den Eierstöcken. Diese können dann, nach sorgfältiger Untersuchung, bei einer IVF zur Befruchtung in eine Petri-Schale gegeben werden, oder – im Falle einer ICSI – künstlich befruchtet werden.

Was macht der Arzt bei einer Follikelpunktion und wie lange dauert sie?

Bei der Punktion führt der Arzt einen mit einer Nadel versehenen Ultraschallkopf in die Scheide ein. Mit der Nadel sticht der Arzt durch die Scheidenrueckwand und in die Eierstöcke. Dort werden dann alle Eizellen nach und nach abgesaugt.

Der ambulante Eingriff findet unter Vollnarkose statt, wodurch die Frau wahrend des Eingriffs keine Schmerzen erleidet. In der Regel dauert die Punktion 15 bis 30 Minuten und man verbleibt nach dem Eingriff fuer mindestens zwei Stunden zur Überwachung in der Kiwu-Klinik um sicher zu gehen, dass man die Punktion und Vollnarkose gut überstanden hat.

Was brauche ich am Tag des Eingriffs und was muss ich sonst beachten?

Meine Kinderwunschklinik hat folgende Dinge fur den Tag der Punktion empfohlen: bequeme Kleidung (keine engen Hosen/ Jeans), ein langes T-Shirt oder Nachthemd, Bademantel, warme Socken. In meiner Kiwu-Klinik habe ich allerdings weder ein Nachthemd, noch einen Bademantel benötigt. Allerdings empfehle ich ein warmes, gemütliches Jaeckchen.

Außerdem solltest du beachten, dass du aus Gründen der Sterilität am Tag des Eingriffs keine Creme, Deo, Make-up oder Sonstiges verwenden darfst. Also alles, womit du nicht geboren wurdest, einfach mal weglassen. Zudem musst du nüchtern zur Punktion gehen, da der Eingriff unter Vollnarkose stattfindet. Der Grund? Bei einem vollen Magen könnte man beim Erbrechen ersticken. 

Ist die Punktion schmerzhaft?

Nun ja. Die Punktion selbst ist aufgrund der Vollnarkose natürlich nicht schmerzhaft. Allerdings kann der Zugang, der dir der Narkosearzt an deiner Hand legt, durchaus etwas schmerzen. Aber das dauert ja nicht so lange und da muss man einfach durch. Außerdem gibt es natürlich schönere Dinge als das Gefühl der kalten Infusion, die langsam deinen Arm hochkrabbelt. 

Werde ich nach der Punktion Schmerzen haben?

Diese Frage ist vermutlich schwer zu beantwortet, da dies von Frau zu Frau und von Fall zu Fall unterschiedlich ist. Ich persönlich hatte sehr viel schlimmere Schmerzen, als ich das zuvor erwartet hatte. Ich kenne jedoch Frauen, die am Tag nach der Punktion nahezu keinerlei Schmerzen mehr hatten.

Meine Schmerzen würde ich folgendermaßen beschreiben: starke Bauchschmerzen und mittelstarke Unterleibsschmerzen. Mein Problem? Beim Laufen hat sich irgendwie alles verkrampft, sodass ich nur im Schneckentempo von A nach B laufen konnte. Das kenne ich so ganz und gar nicht von mir. Auch das Sitzen fiel mir schwer und schmerzte, weswegen ich die meiste Zeit auf der Couch oder im Bett verbrachte. Und das, obwohl ich mich generell nicht als sonderlich schmerzempfindliche Person bezeichnen würde.

Wer von einer IVF oder ICSI steht, dem sei jedoch gesagt: mach dich nicht verrückt und hab keine Angst. Nur weil es bei mir schmerzhafter war als erwartet, muss dies nicht bedeuten, dass es bei dir genauso sein wird. Vermutlich war ich nicht sonderlich weit von einer Uberstimmulation entfernt (18 Eizellen), weswegen mein Körper ein bisschen strapaziert war.

Zudem möchte ich noch erwähnen, dass ich 6 Tage nach der Punktion wieder völlig schmerzfrei war. Also alles nur halb so schlimm und kein Grund zur Sorge. Du schaffst das – es haben schon so viele andere Frauen geschafft. Was tut man nicht alles für ein Kind.

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