Häufig führen die Bezeichnungen IVF (In Vitro Fertilisation) und ICSI (Intra-Cytoplasmatische-Spermien-Injektion) zu Verwirrungen. Haben wir es bei Beidem mit einer künstlichen Befruchtung zu tun? Was genau ist der Unterschied zwischen den beiden Kinderwunschbehandlungen? Wann braucht man die eine, wann die andere Behandlung? Zugegeben, vor meiner Kiwu-Zeit hatte ich auch keine Ahnung, was genau eine ICSI ist. 

Da ich beide Behandlungsmöglichkeiten immer mal wieder hier auf meinem Kinderwunsch-Blog anspreche, habe ich hier mal einen kleinen Beitrag über den Ablauf und den Unterschied beider Behandlungen für euch.

*Bitte beachtet, dass ich diese Infos zwar nach bestem Gewissen für euch zusammengestellt habe, jedoch wie immer keine Gewähr für die Richtigkeit übernehmen kann. Wendet euch bei Fragen bitte an euren Arzt.

Der Ablauf

Los geht’s. Oft werden die IVF- und ICSI-Behandlungen als künstliche Befruchtung bezeichnet. Das ist jedoch nicht ganz richtig, denn während eine ICSI zwar eine künstliche Befruchtung ist, hat man es bei einer IVF lediglich mit einer Befruchtung außerhalb des Körpers zu tun. Doch ist das eine jetzt großartig anders als das andere?

Nein. Denn egal ob man eine In Vitro oder ICSI durchführen lässt, ist der Ablauf für das Kinderwunschpaar der Gleiche: erst findet eine Stimulation statt, dann folgt die Eizellenentnahme, dann geht alles ins Labor und schließlich folgt der Embryotransfer.

Der einzige Unterschied zwischen IVF und ICSI findet also im Labor statt. Während bei einer IVF nämlich Samen und Eizellen in eine Petrischale gegeben werden und somit eine “eigenständige” Befruchtung (oder auch nicht) stattfindet, wird bei einer ICSI unter dem Mikroskop ein geeignetes Spermium ausgewählt, das dann in die Eizelle injiziert wird. 

Das ist also der einzige Unterschied. Somit kann man bei der ICSI immerhin sichergehen, dass das Spermium auch tatsächlich in der Eizelle gelandet ist – ob sich die Eizelle dann auch wirklich befruchtet ist dann wieder eine andere Geschichte.

Also: die ICSI ist durch diese Auswahl und Injektion des Spermas eine künstliche Befruchtung, während der Ablauf bei einer IVF mehr oder weniger natürlich verläuft. Besser wäre jedoch, wenn man anstelle von künstlicher Befruchtung den Ausdruck assistierte Befruchtung verwendet. Unter dieser Bezeichnung könnte man dann die ICSI und IVF zusammenfassen.

Welche Behandlung ist für mich die Richtige?

Während der Kinderwunschbehandlungen muss man viele Entscheidungen treffen. Möchte ich überhaupt Hormone zu mir nehmen? Was halte ich von einer IVF oder ICSI? Wie viele Embryonen sollte ich mir zurückgeben lassen? Diese Entscheidungen zu treffen ist nicht immer einfach. Aber glücklicherweise passiert das Ganze meist Step-by-step, sodass es Einem leichter fällt.

Glücklicherweise entscheidet in der Regel der Arzt, ob eine IVF oder ICSI die geeignete Therapie für einen ist. Das hängt natürlich stark von der Spermienqualität des Mannes ab. Ist also der männliche Faktor der Grund für die Unfruchtbarkeit, so wird vermutlich eine ICSI empfohlen.

Aber auch wenn der Mann sonst gute Spermiogramme hatte, kann es durchaus sein, dass seine Werte am Tag der Eizellentnahme – und somit dem Tag der Befruchtung – für eine IVF nicht ausreichend sind und man deshalb eine ICSI durchführt.

Denn es ist wichtig zu wissen, dass auch die Spermienqualität beim Mann schwanken kann. Ein Beispiel: hatte der Mann zwei bis drei Monate vor dem Eingriff hohes Fieber, so kann dies dafür sorgen, dass am Tag der geplanten IVF die Spermienqualität beeinträchtigt ist. In diesem Fall würde man dann eine ICSI durchführen.

Ich persönlich fand es sehr beruhigend, dass wir nicht die Entscheidung zwischen IVF und ICSI treffen mussten, sondern dass das von den Experten nach Betrachtung der Spermien für uns entschieden wurde. Zumindest eine Sache, um die man sich keine Sorgen machen braucht.

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