Für viele Paare ist es der letzte Schritt in Richtung eines leiblichen Kindes: die Leihmutterschaft. Doch wer diesen Weg geht, der muss dafür ins Ausland reisen – schließlich ist die Leihmutterschaft in Deutschland verboten. Hier findest du die wichtigsten Infos.

Pinterest: Leihmutterschaft in Deutschland

Für wen ist die Leihmutterschaft geeignet?

Es gibt die diversesten Gründe, den Weg der Leihmutterschaft zu gehen. Es gibt viele Paare, die sich ein leibliches Kind wünschen und sich deshalb gegen die Adoption entscheiden. Sind diverse Kinderwunschbehandlungen wie Inseminationen und künstliche Befruchtung gescheitert, dann bleibt meist nur die Adoption übrig – oder eben die Leihmutterschaft, sollte sich das Paar ein leibliches Kind wünschen.

Häufige Gründe für den Weg der Leihmutterschaft:

  • trotz Kinderwunschbehandlungen tritt keine Schwangerschaft ein
  • die Frau wird schwanger, jedoch enden die Schwangerschaften in einer Fehlgeburt
  • die Frau leidet an vorzeitigen Wechseljahren
  • Komplikationen bei einer früheren Schwangerschaft (beispielsweise Präeklampsie)
  • homosexuelle Paare erfüllen sich den Traum von einem Kind

Arten der Leihmutterschaft

  • Der Embryo trägt das Erbgut der Eltern (Eizelle von der Mutter, Samen des Vaters): die Leihmutter ist mit dem Baby nicht verwandt
  • Der Embryo trägt das Erbgut nur eines Elternteils; die fehlende Eizelle oder Sperma wird durch einen Spender ersetzt: die Leihmutter ist mit dem Baby nicht verwandt.
  • Sehr seltener Fall: ist die Frau unfruchtbar, kann die Eizelle der Leihmutter befruchtet werden. Somit ist die Leihmutter mit dem Baby verwandt.

Die Gesetzeslage in Deutschland

In Deutschland ist die Leihmutterschaft verboten. Dies ist in dem im Jahr 1991 in Kraft getretenen Gesetz zum Schutz von Embryonen (ESchG) geregelt. So gilt nach nach § 1 Abs. 1 Nr. 7:

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

[…] 7. es unternimmt, bei einer Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen (Ersatzmutter), eine künstliche Befruchtung durchzuführen oder auf sie einen menschlichen Embryo zu übertragen.

Somit würde sich ein Arzt, der eine solche Art der Behandlung durchführt, strafbar machen.

Außerdem ist nach § 13c des Adoptionsvermittlungsgesetzes (AdVermiG) die Ersatzmuttervermittlung untersagt. Nach § 14b Abs. 1 und 2 AdVermiG macht sich strafbar, wer eine Ersatzmuttervermittlung betreibt oder für die Ersatzmuttervermittlung einen Vermögensvorteil erhält oder sich versprechen lässt.

Auch wenn die Leihmutterschaft verboten ist, werden die Ersatzmutter und die Bestelleltern nicht bestraft (§ 1 Abs. 3 Nr. 2 ESchG und § 14 b Abs. 3 AdVermiG). (Vgl. Lesben- und Schwulenverband, Stand: Juni 2019)

Daraus ergibt sich, dass die Leihmutterschaft in Deutschland zwar verboten ist, den „Bestelleltern“ rechtlich jedoch nicht nachgegangen wird, wenn eine „Ersatzmutter“ im Ausland aufgesucht wird.

Dennoch gilt in Deutschland: die Frau, die das Kind zur Welt bringt, ist die rechtliche Mutter (siehe Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 20. März 2019)

Ein Paar mit unerfülltem Kinderwunsch kommt also um die Adoption seines im Ausland per Leihmutter geborenen Kindes in der Regel nicht herum.

In welchen Ländern ist die Leihmutterschaft erlaubt?

Generell unterscheidet man zwischen der kommerziellen und der altruistischen Leihmutterschaft. Bei Ersterem wird die Leihmutter finanziell entschädigt, wohingegen die Leihmutter bei Zweiterem keine finanzielle Entschädigung erhält.

Kommerzielle Leihmutterschaft:

  • USA (nicht in allen Staaten)
  • Russland
  • Ukraine
  • Georgien
  • Südafrika

Altruistische Leihmutterschaft:

  • Australien
  • Dänemark
  • Griechenland
  • Irland
  • Israel
  • Kanada
  • Lettland
  • Niederlande
  • UK
Bitte beachte, dass diese Liste nur ein grober Überblick darstellt. Jedes Land hat unterschiedliche Bedingungen und diese Regelungen können sich  jederzeit ändern. Mehr Infos findest du hier.

Kosten einer Leihmutterschaft

Geht man den Schritt der Leihmutterschaft, so sollte man mit einer vertrauenswürdigen Agentur zusammenarbeiten. Diese kümmert sich um die Vermittlung, die rechtlichen Aspekte, psychologische Betreuung, Krankenversicherung und vieles mehr.

Die Kosten für die Abwicklung mit einer solchen Agentur lassen sich jedoch nicht pauschalisieren, da hier von Land zu Land große Unterschiede vorliegen. In den USA muss man beispielsweise mit Kosten um die $100.000 rechnen. Es empfiehlt sich, bei Bedarf genaustens zu recherchieren und auch verschiedene Agenturen innerhalb eines Landes miteinander zu vergleichen.