Eine schöne Geburt nach Symphysenlockerung

In diesem Geburtsbericht schildert Britta die Geburt ihrer zweiten Tochter – 7,5 Jahre liegen zwischen der ersten und zweiten Geburt. In ihrer Schwangerschaft hatte Britta mit einer Symphysenlockerung zu kämpfen. Trotz ihrer Bedenken, dass die Schmerzen eine natürliche Geburt unmöglich machen würden, hatte sie eine schöne Geburt – und das so ganz ohne Schmerzmittel.

Die 6 Fragen aller Fragen:

Hattest du eine schöne Geburt?
Ja

War es deine erste Geburt?
Nein, meine Zweite.

Wie lange hat es gedauert (von erster Wehe bis zur Geburt)?
4 Stunden

Hattest du Angst vor der Geburt?
Angst hatte ich beide Male nicht. Bei der ersten Geburt hatte ich Respekt und war gespannt, wie es für mich werden wird. Der zweiten Geburt habe ich entspannt entgegen gesehen. Aufgeregt ist man natürlich trotzdem.

War es schlimmer als erwartet?
Es war anders als erwartet. Obwohl es die zweite Geburt war, denn diese verlief ganz anders, als die erste.

Hast du einen Tipp für eine Schwangere, die kurz vor der Geburt steht?
Lasst euch nicht negativ durch schlimme Geburtsberichte verunsichern. Seht der Geburt entspannt entgegen und legt euch nicht fest, wie diese verlaufen soll. Unter der Geburt kommt es doch anders als man denkt oder geplant hat. 

Meine große Tochter war bereits 7,5 Jahre alt, als die Kleine geboren wurde. Da es die zweite Schwangerschaft war, hatte ich die Hoffnung, dass es bei der zweiten Geburt noch leichter verlaufen wird. Mein Frauenarzt hat mir meine Euphorie genommen: “Da liegen so viele Jahre zwischen, das kann sich der Körper nicht merken.“ Na toll. Also hatte ich theoretisch zwei erste Geburten.

Die Schwangerschaft verlief mit all den bekannten Zipperlein: Übelkeit, Kreislaufprobleme, schlimmes Sodbrennen. Dann kam zum Ende jedoch eine Symphysenlockerung dazu. Beim Gehen hatte ich starke Schmerzen in der Schambeingegend, der Symphyse. Wenn ich auf der Seite gelegen hab und mich umdrehen wollte, war es besonders schlimm.

Mein Frauenarzt hat mir einen Gurt verschrieben, den ich tragen musste. Der hat praktisch das Becken zusammengedrückt. Ohne den konnte ich nur noch unter Schmerzen gehen. Ich konnte auch nicht mehr mein Auto mit Schaltung fahren, da das Kupplungtreten zu sehr geschmerzt hat. Nächtliches umdrehen wurde zur Qual und ich konnte mir nicht vorstellen, dass dies jemals wieder weggehen wird. Ich hatte auch Bedenken, wie ich mit solchen Schmerzen eine natürliche Geburt hinkriegen soll. Da hat mich mein Frauenarzt aber beruhigt.

Meine Große kam 8 Tage vor Entbindungstermin. Nachts um 2.30 Uhr hatte ich einen vorzeitigen Blasensprung. Die Geburt dauerte 6 Stunden.

Los geht’s

Bei der Kleinen war ich 9 Tage vor dem errechneten Entbindungstermin, als wir den warmen Sommerabend mit einem Eis genossen haben. Zu meinem Freund sagte ich noch, dass er nicht zu spät ins Bett gehen soll, denn es könnte am nächsten Tag los gehen. Schließlich sei die Große 8 Tage vor Termin geboren. Dies hat er nur belächelt. Selber Schuld! Er ist nämlich erst um 1.30 Uhr schlafen gegangen.

Nachts um 2.15 Uhr wurde ich wach, weil ich zur Toilette musste. Ich bin anschließend wieder ins Bett und hab einen richtig fiesen Schlag nach unten von meiner Tochter verpasst bekommen. Ich bin wieder zur Toilette, weil ich ein komisches Gefühl hatte. Es tröpfelte immer wieder etwas. Sollte dies wirklich Fruchtwasser sein? Ich hab erst mal beschlossen, dass es Einbildung ist, Wunschdenken. Es konnte doch nicht sein, dass ich 8 Tage vor ET und um 2.15 Uhr einen vorzeitigen Blasensprung hab. So viele Zufälle gibt es bei Geburten doch gar nicht. 

Das Tröpfeln ließ nicht nach und ich habe eingesehen, dass es doch offensichtlich losgeht. Ich habe meinem Freund Bescheid gegeben und mit der Schwägerin telefoniert, die auf Standby stand, um meine Große abzuholen. Bin in Ruhe duschen gegangen, da ich eh noch keine Wehen hatte und hab meine Tochter geweckt: “Du wirst heute große Schwester!“ Sie war total aus dem Häuschen.

Ab ins Krankenhaus

Um 3.30 Uhr stand meine Schwägerin vor der Tür und wir sind ins Krankenhaus gefahren. Da bekam ich auch die ersten leichten Wehen. Um 4.15 Uhr wurde ich im Krankenhaus untersucht und ans CTG angeschlossen. Da nichts los war, durften wir direkt in den Kreißsaal umziehen. 

Auf dem CTG waren „Kamelhöckerwehen“ zu sehen. Das heißt, dass eine Wehe, wenn sie am höchsten war, etwas abflacht und gleich wieder zum höchsten Punkt kommt, bis sie ganz weg geht. Dies sieht auf dem CTG dann tatsächlich wie Kamelhöcker aus. Ich mochte überhaupt nicht liegen, was ich bei der Großen die gesamte Geburt über getan habe. Ich wollte raus aus dem Bett, stehen, gehen, auf dem Ball sitzen. Alles, nur nicht liegen.

Um 5.45 Uhr war der Muttermund bei 3 cm.

Zur Untersuchung musste ich mich natürlich immer hinlegen. Die Wehen taten mir dann aber so sehr in der Hüfte, dem Rücken weh, dass ich nach der Untersuchung direkt wieder aus dem Bett gesprungen bin. Die Hebamme meinte auch: „Raus aus dem Bett.“ Da ich bei der Großen die Wehen im Bauch gespürt habe, dachte ich, dass das nicht normal sei. Doch, das ist es. Man kann die Wehen im Bauch oder im Rücken spüren. 

Um 7.15 Uhr war der Muttermund bei 5 cm.  Ich hatte noch immer Kamelhöckerwehen und die Hebamme meinte, dass diese erst mal regelmäßig werden müssen, bis es zur Geburt kommen wird.

Da ich bereits seit fast 4 Std. Wehen hatte, hab ich kurz im Kopf nachgerechnet. Wenn ich für die nächsten 5 cm weitere 4 Std. brauche, dürfte die Kleine gegen 11/12 Uhr kommen. So mein gedanklicher Plan und das innere Mut machen: Tschakka, das schaffst du! 

Nach der Untersuchung hat mich die Hebamme mit der Hebammenschülerin alleine gelassen. Waren ja auch erst 5 cm und meine zweite Geburt, also galt ich als erfahren. Die Schülerin war dies nämlich noch nicht, da sie erst die 3. Woche auf Station und ein absoluter Frischling war.

Die nächste Wehe folgte.

Ich stand am Bett, wusste plötzlich vor lauter Schmerzen und Druck nach unten nicht wohin mit mir. Die Schülerin: “Sie müssen die Wehe veratmen“ – „Das kann ich nicht. Es drückt so!“ Die Hebammenschülerin guckte verzweifelt und wartete bis diese verdammte Höckerwehe ganz abgeklungen war und lief los, um wieder die Hebamme zu holen.

Ich sollte mich zum Untersuchen wieder hinlegen. Muttermundbefund: 10cm! Die Hebamme bat mich in den Vierfüßlerstand, wegen der Symphysenlockerung. Eine Geburtsstellung, die ich im Vorfeld immer rigoros abgelehnt habe. In dem Moment empfand ich dies aber als genau richtig.

Endspurt

Es kam die erste Presswehe und schwupp, der Kopf war da und meine Kleine schrie. Die Hebamme: “Sie müssen nochmal pressen, der Rest vom Körper fehlt noch.“ Ich hätte so gerne eine Pause von der Wehe gehabt, um etwas Kraft zu tanken, aber die nächste Wehe baute sich direkt wieder auf und ich musste gleich weiter pressen und schon war sie da! 

Meine Tochter hatte eine Nabelschnurumschlingung. Davon habe ich aber gar nichts mitbekommen und ihr hat man auch nichts angemerkt.

Somit hatte ich nur eine „Kamelhöckerwehe“ bis meine Maus auf der Welt war.  Am 16.06. um 7.37 Uhr nach 4 Std. Wehen hat meine Kleine mit 49 cm und 2700 g das Licht der Welt erblickt. Ebenfalls 8 Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Wie die große Schwester!

Und ich habe bewiesen, dass man auch mit Kamelhöckerwehen ein Kind gebären kann. 

Es war eine schöne, schnelle Geburt. Ohne PDA, ohne Schmerzmittel, im Vierfüßlerstand. 

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Dann hüpfe doch mal bei ihrem Instagram Account vorbei! Dort gibt’s tolle Fotos aus ihrem Leben (und wer noch ein bisschen Motivation braucht ein bisschen fitter zu werden, der ist bei ihr genau richtig).

Liebe Britta,

vielen Dank für diesen tollen Geburtsbericht! Es freut mich immer sehr, wenn Mamas eine schöne Geburt hatten.

Es tut mir leid, dass du eine Symphysenlockerung hattest. Das muss wirklich sehr schmerzhaft sein. In letzter Zeit habe ich von vielen Frauen gehört, die auch damit zu kämpfen hatten.

Ich finde es total verrückt, dass es auf den Tag genau losging wie bei deiner Großen. Das ist doch wirklich mehr als nur Zufall. Der absolute Wahnsinn! Dein Freund hätte mal besser auf dich hören sollen…

Schön, dass es dann doch so zügig ging. Die arme Hebammenschülerin hat das bestimmt bis heute nicht vergessen, haha.

Liebe Britta, vielen Dank nochmal! Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und wäre ich jetzt schwanger, dann würde mich dieser Bericht definitiv beruhigen. Stimme dir übrigens voll und ganz zu, dass man sich nicht von negativen Berichten verunsichern lassen soll.

Viele liebe Grüße,

deine Bine