Seit über zwei Monaten bin ich Zweifachmama und ich muss zugeben: an ein Leben mit einem Baby muss man sich erst einmal wieder gewöhnen. Hinzu kommt, dass meine Eltern für drei Wochen zu Besuch bei uns waren – bedeutet, dass ich nach ihrer Abreise den Tag so ganz ohne Hilfe meistern musste, denn auch mein Mann ist seit Anfang der dritten Woche wieder arbeiten. 

Pinterest-Grafik Zweifachmama

Eigentlich habe ich soweit alles gut im Griff – Höhen und Tiefen gibt es natürlich tagtäglich. Eins vorab: meine Nerven haben Verbesserungspotenzial. Aber gut, hier eine Übersicht der Dinge, die mir als frischgebackende Zweifachmama aufgefallen sind.

Schlaf, oh Schlaf

Kaum hält man sein Baby in seinen Armen, da wird einem klar: nachts durchschlafen ist nicht mehr. Zugegeben, das war einem ja schon vorher bewusst, aber die Auswirkungen werden erst so richtig nach der Geburt sichtbar. Plötzlich hat man abends das Gefühl, dass man am Besten gleich ins Bett geht, denn in ein paar Stunden heißt es wieder aufstehen. Hat man dann noch ein größeres Kind, das früh aufsteht, dann bleibt einem gar nichts anderes übrig als früher ins Bett zu hüpfen. Oder eben Kaffee zu trinken. Viiiel Kaffee.

Denn sind wir mal ehrlich: Kleinkinder sind rücksichtslos. Trotz Baby im Haus stehen sie doch tatsächlich zur gewohnten Uhrzeit auf der Matte. Zusammen noch im Bett kuscheln und vor sich hindösen? Laut meiner Tochter viel zu langweilig – go go go!

Haushalt

Da einem abends dann die Stunden fehlen (weil früher ins Bett), hat man plötzlich das Gefühl, dass man so gar nichts mehr erledigt kriegt. So überhaupt nichts. Nada. Denn während ich abends immer am Produktivsten war, stille ich meist um diese Zeit ganz viel, wechsle Windeln, stille, ziehe mein Kind um, stille und falle dann müde ins Bett. Bloggen? Morgen vielleicht. Oder auch nicht.

Naja, dafür kann man ja doch über den Tag produktiver sein, oder? Haha. Schön wärs. Denn neben stillen, Windeln wechseln, stillen und – na ihr wisst schon -, kommt man gefühlt zu nichts. Liegt natürlich auch daran, dass ich hier eine Zweijährige rumspringen habe, die beschäftigt sein will. Ist sie es nicht, dann sucht sie sich eine Beschäftigung, was nicht immer von Vorteil ist.

Also widmet man über Tag so ziemlich jede freie Minute seinen Kindern, während man in der restlichen Zeit die Wäscheberge zu bekämpfen versucht. Ganz genau: man “versucht” es. Ich habe hier praktisch die Alpen vor mir liegen – es wird nicht weniger und mindestens einmal am Tag haben wir eine Windelexplosion, sodass es einem auch nicht langweilig wird. Das bringt mich zu meiner größten Erkenntnis: ich hatte ganz vergessen (oder vielleicht auch verdrängt?), wie viel Wäsche mit einem Neugeborenen anfällt. Echt unglaublich. (Ein kleiner Tipp an dieser Seite: schenkt eurer schwangeren Freundin zur Babyparty eine gute Flasche Wei..ähm Fleckenentferner! Nichts kann sie mehr gebrauchen, glaubt mir.)

Neben der Wäsche versucht man natürlich noch den restlichen Haushalt zu werfen. Bei mir kann man auch wirklich nur von einem Versuch sprechen. Denn wenn das Baby schreit, dann muss das Chaos eben liegen bleiben. Es gibt Schlimmeres würde ich sagen – man lernt, mit dem Chaos zu leben…zumindest arbeite ich noch daran.

Stillen: beim Zweiten hat man den Dreh raus

Eine weitere Erkenntnis als Zweifachmama? Das Stillen hat dieses Mal so viel besser geklappt. Auch wenn ich bei der Großen keine wirklichen Probleme hatte, war es diesmal so viel angenehmer. Ich wusste sofort, wie ich sie anlegen sollte, ohne dass sie mir die Nippel zerstört oder Blasen nuckelt (ihr habt richtig gelesen – BLASEN). Ein großer Vorteil, der das Ganze so viel schmerzfreier gemacht hat.

Beispielsweise gebe ich auch mal den Schnuller wenn ich weiß, dass die Maus satt ist und schon ausgiebig vor sich hinnuckeln durfte. Denn genug ist genug und was haben wir davon, wenn ich am Ende wunde Nippel habe? Davon hat weder sie noch ich etwas. Außerdem kann man ohnehin nicht stundenlang dasitzen, da das Geschwisterchen auch ein bisschen Aufmerksamkeit benötigt.

Kleinkind und die Nerven

Was mich zum nächsten Punkt bringt: das Leben mit Baby und Kleinkind ist definitiv eine Herausforderung. Glücklicherweise ist meine Große über Tag windelfrei, ansonsten wäre ich ja nur noch am Windeln wechseln. Aber dafür steckt sie inmitten einer Trotzphase, was meine Nerven ein “wenig” strapaziert.

Eigentlich bin ich ja relativ geduldig. Aber wenn man ein schreiendes Baby auf dem Arm hat, mitten im Chaos steht (evtl. auch noch ungeduscht) und dann die “Große” meint ausrasten zu müssen, weil sie JETZT ein Cookie möchte, dann kann man schon mal explodieren. Da hilft es manchmal auch nicht, dass ich mir am Ohrläppchen reibe und Woosah sage.

Glücklicherweise kann ich mich im Großen und Ganzen ja nicht beschweren, denn meine Große ist eine ganz tolle Helferin und die Eifersucht hält sich auch sehr in Grenzen. Die gelegentlichen Ausraster (also ihre) muss ich ihr verzeihen, schließlich ist es ja auch eine riesige Veränderung für sie. Und sie macht das wirklich toll.

Zu guter Letzt

Um es kurz zu machen: das Leben als Zweifachmama ist schön. Ja, es ist anstrengender als zuvor. Man hat eben nicht nur ein Baby, sondern da gibt es noch das große Geschwisterchen, das Aufmerksamkeit benötigt. Das ist mitunter die größte Herausforderung in meinen Augen. Gefühlt bin ich den ganzen Tag nur am hin und her rennen – mit Baby auf dem Arm versteht sich.

Doch dann gibt es diese Momente, die mein Mutterherz so viel schneller schlagen lassen. Beispielsweise wenn die Große zu ihrer kleinen Schwester geht, ihr einen Kuss gibt und sagt: I love you. Oder wenn die Kleine ihre große Schwester aus dem Nichts heraus anlächelt, anhimmelt. Dann muss ich regelrecht mit den Tränen kämpfen, denn Situationen wie diese sind der Grund, weshalb ich so um ein zweites Kind gekämpft habe. Ich bin eine überglückliche Zweifachmama.

 

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