Nicht mehr lange, dann werde ich mit meiner kleinen Maus endlich wieder nach Deutschland fliegen. Da das unser dritter Deutschlandflug sein wird, habe ich ein bisschen Erfahrung was das Fliegen mit Baby angeht. Und genau davon werde ich heute ein bisschen erzählen. Hoffentlich kann ich damit dem ein oder anderen die Bedenken nehmen, sodass einer Flugreise nichts mehr im Wege steht.

Die Angst vorm Fliegen mit Baby

Die kleine Maus war gerade mal 10 Wochen alt, als sie das erste Mal geflogen ist. Im Nachhinein klingt das so viel verrückter als das in Wirklichkeit war. Warum ich so früh mit ihr geflogen bin? Ganz einfach: die Omas und Opas wollten ihr Enkelkind ja auch endlich kennenlernen (für die Meisten von euch unvorstellbar, dass die Großeltern ihr Enkelkind das erste Mal mit 10 Wochen sehen, oder?). Alles nicht immer so einfach, aber davon werde ich euch in einem separaten Beitrag erzählen.

Heute geht es mir vielmehr um eine Sache: euch die große Angst vorm Fliegen mit Kind zu nehmen. Warum? Weil sich sehr viele Eltern verrückt machen und denken, dass sie erst wieder fliegen können wenn die Kinder älter sind. Häufig habe ich in Foren gelesen, wie sich Mamas panisch über ihre bevorstehende Flugreise austauschten. Aber auch einige meiner amerikanischen Mamafreunde hatten sich schon Wochen vor der Reise die diversesten „Gadgets“ wie Rucksäcke, Tragetücher, usw. gekauft, in der Hoffnung, es würde ihre Zeit im Flieger erleichtern.

Da ich generell zur entspannten Fraktion Mamas gehöre, habe ich einfach mal alles auf mich zukommen lassen. Und siehe da: unsere erste Flugreise war völlig entspannt. Und das, obwohl ich alleine mit meiner Tochter geflogen bin. Denn lasst euch eins gesagt sein: je jünger das Baby, desto einfacher ist es. Denn wenn sie klein sind, dann machen sie ja nicht viel mehr als Schlafen und Trinken – und das geht auch wunderbar im Flugzeug.

Deutschland, Klappe die Zweite

Der zweite Deutschlandflug – auch wieder nur Little H und ich -, war ebenfalls ziemlich entspannt. Mittlerweile war die Kleine schon fast 9 Monate alt und man hatte definitiv einen Unterschied gemerkt. Während sie bei unserem ersten Flug noch ein paar Stunden in ihrem Babybassinet (ein kleines Bettchen, dass häufig bei Langstreckenflügen dazu gebucht werden kann) geschlafen hatte, sah es beim zweiten Flug ein wenig anders aus: von 11 Stunden Flug hatte sie ganze 45 Minuten geschlafen. Den Rest der Zeit hing sie entweder dösend oder essend auf mir.

Auf dem Heimflug unserer zweiten Deutschlandreise hatten wir dann Oma und Opa mit im Gepäck. Das hatte natürlich alles ein bisschen vereinfacht. Denn wenn man alleine ist, dann kann man nicht mal einfach schnell aufs Klo gehen. Wohin mit dem Kind? Na mitnehmen! Auch das geht (zum Glück bin ich klein, sonst wäre das ein wenig schwierig geworden). Deshalb: wenn du nicht gerade alleine mit deinem Baby fliegst, dann ist das alles kein Problem – dann könnt ihr euch mit Allem abwechseln und jeder kann sich zwischendurch ein bisschen entspannen.

Je kleiner desto besser

Schwierig wird es glaube ich erst, wenn die Kleinen so richtig mobil werden. Meine Maus war mit dem Krabbeln etwas spät dran, weshalb sie beim zweiten Flug auch noch keinen Bewegungsdrang hatte. Jetzt, mit 21 Monaten, sieht die Sache schon wieder anders aus und ich bin sehr gespannt, wie lange sie es auf meinem Schoß aushalten wird.

Demnächst werde ich euch in gesonderten Beiträgen ganz ausführlich von unseren Flugreisen erzählen und alles erwähnen, was uns da so passiert ist (von tollen Begegnungen über Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle wegen gefährlicher Kindernahrung bis hin zu Flugbegleiter, die mein Kind mal kurz halten mussten).

Da ich häufig nach Tipps zum Fliegen mit Baby gefragt werde, habe ich hier mal meine wichtigsten Tipps & Tricks für euch zusammengefasst. Hoffentlich kann ich euch damit zeigen, dass das Ganze nur halb so wild ist – macht euch nicht verrückt.

 

Wichtige Tipps zum Fliegen mit Baby oder Kleinkind

  • Stillen

    …macht die Sache ein bisschen einfacher. Dein Baby ist quängelig und kann nicht einschalfen? Es brüllt nur? Dann gib dir und deinem Umfeld eine kleine Pause und still‘ es einfach ein bisschen.

  • Druckausgleich

    …ist wichtig. Mach dir aber keine Sorgen, deinem Kind sollte bei Start und Landung nichts passieren. Falls du stillst, dann lege dein Kind einfach rechtzeitig an (etwas schwierig mit dem Anschnallgurt, aber es geht). Ansonsten halte unbedingt die Trinkflasche griffbereit, sodass du beim Start und Landung beim Druckausgleich behilflich sein kannst. Im Notfall geht auch der Schnuller. Wichtig: sollte dein Kind erkältet sein, so frage unbedingt vor Abflug deinen Kinderarzt, was du zu beachten hast (Ohrenentzündungen sind beispielsweise ganz schlecht beim Fliegen).

  • Babybassinet

    …ist eine tolle Sache. Die meisten Fluggesellschaften bieten auf Langstreckenflügen diese Babybetten an, doch meist ist eine Sitzplatzreservierung erforderlich. Rufe am Besten die jeweilige Fluggesellschaft an und erkundige dich, welche Optionen dir zur Verfügung stehen. Bei Lufthansa dürfen die lieben Kleinen beispielsweise bis 14kg oder 83 cm im Bassinet schlafen.

  • Flugbegleiter

    …sind sehr hilfsbereit – mache Gebrauch davon. Insbesondere wenn du alleine mit deinem Kind fliegst, solltest du jede Hilfe annehmen (beispielsweise bleiben sie auch gern mal zwei Minuten am Bett stehen, während du zur Toilette gehst oder wärmen dir dein Fläschchen auf).

  • Snacks

    …sind das A und O, sollte dein Kind diese schon essen. Warum? Weil essen glücklich macht und die meisten Kinder dann immerhin für ein paar Minuten zufrieden sind. Am Besten eignen sich übrigens die Quetschbeutel, da das alles ein bisschen einfacher ist als mit dem Gläschen.

Packliste für den Flieger: diese Dinge brauchst du

  • Stilltücher

    …kann man immer gebrauchen. Wenn du ein großes Tuch hast, kannst du einfach zwei Ecken mit einem Knoten verbinden, es dir über den Kopf ziehen und voila, da hast du ein tolles Stillcover. Und wenn du mal etwas verschütten solltest, dann sind Still-/ Mulltücher immer sehr praktisch.

  • Babyflasche

    Wie gesagt, zum Druckausgleich sollte dein Baby entweder an deiner Brust trinken oder du gibst ihm die Flasche (oder Schnuller für den Fall, dass dein Kleines die Flasche verweigert).

  • Wickelsachen & Ersatzkleidung

    Das Kind im Flieger zu wickeln ist nicht ganz so spaßig, da die Toiletten sehr eng sind. Auch solltest du darauf vorbereitet sein, dass der klappbare „Wickeltisch“ ein einfaches Brett ohne Polster ist. Deshalb solltest du unbedingt eine gepolsterte Wickelauflage mitnehmen. Packe genügend feuchte Tücher und Windeln ein. Ersatzkleidung ist auch ganz wichtig. Was eignet sich am Besten? Alles was bequem ist und warm macht! 

  • Schlafsack

    Falls du ein Bassinet gebucht hast und zudem Platz im Handgepäck hast, dann solltest du einen Schlafsack einstecken. Im Flugzeug ist es nämlich manchmal ziemlich kalt und ein Schlafsack ist einfach ein bisschen gemütlicher als die Decken, die im Flieger ausgeteilt werden.

  • Tragetuch

    Falls du kein Bassinet oder ähnliches im Flieger hast und dein Kind die ganze Zeit auf dem Schoß haben wirst, dann empfiehlt es sich eventuell, ein Tragetuch oder einen Baby-Carrier mitzunehmen. Hängt natürlich ganz stark davon ab, wie dein Kind das sonst so mag.

  • Mütze

    Insbesondere wer mit kleinem Baby fliegt sollte eine Mütze einstecken. Auch wenn man die Lüftung ausschaltet, zieht es doch oft.

  • Medikamente

    Es ist immer eine gute Idee, für den Notfall das ein oder andere Medikament dabei zu haben. Beachte aber, dass Medikamente in der Höhe meist stärker wirken. Erkundige dich zuvor am Besten bei deinem Kinderarzt, welches Medikament und Dosis er dir beispielsweise beim Zahnen empfiehlt.

  • Spielsachen

    Je nach Alter deines Babys solltest du passende Spielsachen mit im Gepäck haben. Denke an das Lieblingsbuch, Kuscheltier, usw. Eben alles, was nicht zu groß ist und dein Kind glücklich macht. Im Notfall spielen Kinder auch gerne mit leeren Plastikflaschen – Not macht erfinderisch.

FAQ: Die häufigsten Fragen zum Fliegen mit Kind

Was kostet das Ticket für mein Kind?

Generell zahlst du 10% von deinem eigenen Flugticket für dein Kind, wenn es unter zwei Jahren ist und keinen eigenen Sitzplatz hat. Wenn du beispielsweise einen eigenen Sitz für dein Kind haben möchtest oder dein Kind 2 Jahre alt ist, dann musst du ein eigenes Ticket für dein Kind kaufen und zahlst den vollen Betrag.

Kann ich meinen Kinderwagen und/ oder Autositz mitnehmen?

Na klar! Natürlich hängt das alles von der Fluggesellschaft ab, aber die Meisten erlauben pro Kind einen Autositz und Kinderwagen (hier beispielsweise ein Link zu den Bestimmungen von Lufthansa). Es empfiehlt sich, den Kindersitz – sofern nicht im Flieger gewünscht – zusammen mit euren Gepäckstücken aufzugeben und den faltbaren Kinderwagen mit ans Gate zu nehmen, sodass man das Kind nicht die ganze Zeit tragen muss.

Braucht mein Kind einen eigenen Sitzplatz?

Häufig fragen sich Eltern, ob sie für ihr Kind einen eigenen Sitz zahlen sollten. Die Antwort auf diese Frage hängt natürlich stark von deiner Situation ab. Zuerst sollte ich erwähnen, dass Kinder ab 2 Jahren immer einen eigenen Sitzplatz benötigen. Ganz egal, ob er oder sie den ganzen Flug auf deinem Schoß verbringen will, während des Starts und der Landung muss er oder sie auf dem eigenen Stühlchen sitzen. Es wird übrigens empfohlen, dass kleine Kinder in ihrem Autositz befestigt werden sollten, wenn sie einen eigenen Sitzplatz haben.

Solltest du dich dafür entscheiden, deinen eigenen Autositz mitzubringen, dann recherchiere vorher unbedingt, ob dieser von den Fluggesellschaften akzeptiert wird. Eigentlich sollte auf dem Sitz selbst ein dementsprechendes Zeichen zu finden sein – ist dies nicht der Fall, dann unbedingt die Gebrauchsanweisung mitbringen, in der schwarz auf weiss steht, dass der Sitz in Flugzeugen zugelassen ist. Ich habe nämlich selbst erlebt, wie eine Frau verzweifelt versucht hatte ihren Kindersitz zu befestigen – nur um dann von den Flugbegleitern zu erfahren, dass ihr Autositz nicht für das Flugzeug zugelassen ist.

Darf ich Essen mit an Bord nehmen? Wie sieht es mit Milch aus?

Natürlich darfst du Babynahrung mit an Bord nehmen. Achte jedoch darauf, dass die einzelnen Container oder Fläschchen nicht zu groß sind (soweit ich weiß, dürfen die Behälter nicht mehr als 100ml fassen). Wasser gibt es zu Genüge an Bord – scheue nicht davor, nach zusätzlichen Wasserflaschen zu fragen. Lufthansa hat in der Regel auch ein paar Gläschen Babynahrung mit an Bord – ich würde mich jedoch nicht darauf verlassen. Gerne erwärmen dir die Flugbegleiter dein Gläschen oder deine Milch. Muttermilch im Fläschchen mitnehmen? Auch das ist kein Problem. Beim Fliegen mit Kind wird mengenmäßig i.d.R. eine Ausnahme gemacht, solange man nur so viel mitnimmt, wie für die Flugreise benötigt wird.

Wo kann ich mein Kind wickeln?

Generell solltest du in jeder Bordtoilette eine Wickelstation finden. Sie befindet sich überhalb der Toilette und muss einfach runtergeklappt werden. Zugegeben, das ist ein bisschen eng, aber es ist machbar. Unbedingt an eine Wickelauflage denken!

Falls du mit einem kleinen Baby fliegst und ein Babybett reserviert hast, dann kannst du dein Kleines auch einfach mal schnell im Bettchen wickeln. Das ist sehr viel einfacher, als sich mit Kind und Wickeltasche auf die Bordtoilette zu begeben.

Deine Frage ist hier nicht dabei?

Kein Problem! Dann schreibe mir doch einfach hier oder kommentiere unter diesem Beitrag – ich helfe wo ich kann und ergänze gerne meine Liste.

Zu guter Letzt wollte ich einfach nochmal sagen, dass das Fliegen mit Baby wesentlich unkomplizierter ist als viele sagen. Lass dich nicht verunsichern und das Wichtigste: mach dich nicht verrückt. Alles nur halb so schlimm. Das Schlimmste was passieren kann, ist, dass dein Kind schreit, sich nicht beruhigen lässt und somit andere Fluggäste verärgert. Aber auch das ist nur halb so wild. Denn solange die anderen Passagiere sehen, dass du als Elternteil dein Bestes gibts (und dein schreiendes Kind nicht einfach ignorierst – ja, selbst schon erlebt!), dann haben doch die Meisten Verständnis dafür.

Ich lasse mich jetzt einfach mal überraschen, wie das Fliegen mit einem Kleinkind ist. Das wird wieder ganz anders werden, bestimmt auch um einiges anstrengender als unsere ersten beiden Flüge. Ich bereite mich einfach mal seelisch und moralisch darauf vor, dass sie nicht schlafen wird. Aber auch das ist machbar (zum Partymachen konnten wir ja früher auch alle mal eine Nacht durchfeiern, stimmt’s?!). Also wie ihr seht: alles machbar, auch wenn man alleine fliegt. Eurer Flugreise steht nichts mehr im Wege: einen guten Flug wünsche ich euch,

 

 

 

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