Bettruhe in der Schwangerschaft

Nachdem ich letzte Woche wegen Blutungen spontan zu einem Ultraschall bei einer Frauenärztin war, hatte ich eine Woche später, letzten Freitag, einen Termin bei meiner eigenen Frauenärztin zum ersten richtigen Schwangerschaftstermin. Die Ärztin, bei der ich die Woche zuvor war, hatte mir gesagt, dass wir dann in einer Woche das Hämatom noch einmal anschauen sollten. Meine Erwartung an meinen Termin am Freitag: Ultraschall und wenn schon dabei, bitte kurz nach dem Hämatom schauen.

Das große Terminchaos

Doch wie so oft kam es ein wenig anders. Donnerstags erhielt ich eine Nachricht, dass mein Termin gecancelt wurde, weil der Mensch von der Terminhotline das Ganze falsch eingebucht hätte. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich davon nicht besonders begeistert war. Glücklicherweise erhielt ich dann noch einen Anruf, in dem mir die Frau am Apparat mitteilte, dass der erste Arztbesuch bei meiner Frauenärztin eine halbe Stunde dauern würde, der Gute von der Hotline jedoch nur 15 Minuten eingebucht hatte. Wunderbar.

Außerdem teilte sie mir mit, dass man vor dem ersten Termin mit seiner Ärztin einen “Prenatal Intake” durchführen müsse. Doch was zur Hölle ist das? Da meint man man weiß wie der Hase läuft, da man bereits ein Kind in den USA zur Welt gebracht hat, aber nein: neue Krankenversicherung, neue Sitten. Nun gut. Also hatte ich nun einen Termin für diesen “Prenatal Intake” für den nächsten Tag vereinbart. Doch da ich wegen meinen Blutungen noch immer verunsichert war, wollte ich unbedingt einen Ultraschalltermin – wie soll man auch sonst die Größe des Hämatoms beobachten. Netterweise wurde mir dann ein Termin für den nächsten Tag gegeben, interessanterweise genau den, den sie mir zuvor canceled hatten.

Wenn die Ärztin anderer Meinung ist

Am nächsten Tag ging ich dann zum Arzt. Natürlich war ich ein bisschen aufgeregt, doch der Ultraschall zeigte: dem Baby geht’s gut. Es ist so groß wie es sein soll und das Herz schlägt wie wild. Erleichterung. Doch was ist mit dem Hämatom? Auf diese Frage antwortete mir meine Ärztin: “Das ist ganz egal und spielt keine Rolle. Solange das Herz schlägt und das Kind wächst, ist alles in Ordnung.” Aha.

Ich erwähnte noch einmal, dass ich jeden Tag Blutungen hatte und ich doch sehr gerne wissen wollte, ob das Hämatom wenigstens kleiner geworden sei. Daraufhin fragte sie mich noch einmal, was mir diese Information bringen würde. Erleichterung?! Aber auch das schien für die Ärztin keine gute Begründung zu sein, denn Ihrer Meinung nach wäre das Hämatom ja völlig irrelevant, schließlich sei ja noch alles in Ordnung. Natürlich fand ich diese Aussage inakzeptabel. Ich habe doch nicht all das auf mich genommen, um dem Wörtchen “Prävention” den Rücken zu kehren. Aber da ich sah, dass meine Ärzte nicht einsichtig war, habe ich es dabei belassen und bin schließlich zu meinem zweiten Termin gegangen: dem Prenatal Intake.

Zur Erinnerung: dieser Termin war einer der Gründe dafür, weshalb mein erster Termin abgesagt wurde. Meine Erwartungen waren deshalb groß. Und siehe da, nach ganzen 5 Minuten hatte mir die Arzthelferin alle Fragen gestellt und ich war ready to go. Unglaublich, dass mir deswegen mein Termin abgesagt wurde. Hätte man das nicht einfach kurz vor meinem ersten Termin machen können? Aber nein…

Diesmal ist alles ein bisschen anders

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich eigentlich eine ziemlich entspannte Person bin und mich nicht wegen vielen Dingen verrückt mache. Das bedeutet auch, dass ich Dinge nicht zu Tode google (zumindest versuche ich es) und so ziemlich alles auf mich zukommen lasse. Die jetzige Situation ist aber ein wenig anders, da ich so viel auf mich genommen habe, um endlich schwanger zu werden. Das bringt leider mit sich, dass ich generell ein bisschen verkrampfter und skeptischer bin, als ich das in meiner ersten Schwangerschaft war. Aus diesem Grund habe ich die Aussage der amerikanischen Ärztin nicht einfach hingenommen, sondern habe mich in den unendlichen Weiten des Internets verloren.

Lange musste ich nicht suchen um fündig zu werden. Es gibt zahlreiche andere Frauen, die während des ersten Trimesters Blutungen haben. Ich bin also nicht allein. Bei medizinischen Fragen suche ich übrigens gerne auf deutschen Seiten, da ich bisher immer den Eindruck hatte, dass in Deutschland Vieles ein wenig ernster genommen wird als in den USA und ich der deutschen Medizin einfach ein bisschen mehr vertraue.

Eine zweite Meinung kann nicht schaden

Egal in welchem Forum ich über Hämatome in der Schwangerschaft las, eigentlich überall wurde davon berichtet, dass die Frauen Bettruhe einhalten mussten. Interessant. Glücklicherweise hatte mir mein IVF-Arzt aus Deutschland gesagt, dass ich mich jederzeit mit Fragen an ihn wenden dürfe. Gesagt, getan. Ich schilderte kurz meinen Fall und fragte ihn, was er mir in dieser Situation empfehlen würde. Sollte ich Magnesium einnehmen? Was ist mit dem Utrogest, dass ich ohnehin schon einnehme? Bettruhe?!

Zwei Tage später hatte ich die Antwort: in meinem Fall würde er definitiv empfehlen, dass ich zusätzlich Magnesium einnehme und darüberhinaus eine Bettruhe einhalte, solange ich blute. Generell sollte ich komplett auf Sport verzichten und jegliche körperliche Anstrengung vermeiden. Und genau das tue ich jetzt auch. Zumindest mehr oder weniger, denn eine Bettruhe mit einem Kleinkind ist eigentlich unmöglich. Natürlich hatte mir mein Verstand schon die ganze Zeit gesagt, dass ich es langsamer angehen lassen muss und das hatte ich auch getan. Doch die Worte des Arztes haben mir noch einmal gezeigt, dass man das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. 

Bettruhe…oder so ähnlich

Man kann sich natürlich jetzt fragen, welcher Arzt Recht hat, doch ich gehe definitiv davon aus, dass Ruhe auf keinen Fall schaden kann. Irgendwie bin ich auch entsetzt über die Einstellung der Ärzte hier. Ich kann einfach nicht verstehen, warum die Ärztin sich geweigert hatte, das Hämatom anzuschauen, wenn sie doch ohnehin einen Ultraschall gemacht hat. Das Ganze hätte 30 Sekunden länger gedauert. Es versteht sich von selbst, dass ich mir nach diesem Termin noch am selben Tag eine neue Frauenärztin gesucht habe.

Wie auch immer, jetzt liege ich hier, während Mann, Kind und Hunde die Zeit am Meer verbringen. Doch ich will absolut nichts riskieren und weiß, dass die körperliche Anstrengung momentan nicht das Richtige für mich ist. Manchmal muss man auch auf sein Inneres hören und akzeptieren, dass nicht immer alles ohne Probleme abläuft. Noch immer kann ich nicht glauben, wie einfach doch alles vor und während meiner ersten Schwangerschaft war. Und nun liege ich hier, nach einer IVF, und hoffe, dass ich ganz bald in das zweite Trimester komme und das Risiko einer Fehlgeburt geringer wird. Die Angst, die mich täglich begleitet ist kaum auszuhalten und trotzdem versuche ich optimistisch zu bleiben.

Nicht mehr lange

Übrigens habe ich schon nächste Woche meinen ersten „richtigen“ Termin bei meiner neuen Frauenärztin und hoffe, dass sie bei diesem Ultraschall (das wird dann mein vierter Ultraschall sein) nach dem Hämatom schauen wird. Wenn sie sich auch weigert, dann mache ich einfach so lange einen Sitzstreik, bis sie ihre Meinung ändert. Drückt mir die Daumen, ich halte euch natürlich auf dem Laufenden. Bei der Terminvereinbarung für diesen Termin habe ich übrigens dreimal nachgefragt, ob sie diesen Arztbesuch auch wirklich richtig eingebucht haben. Die Frau am Telefon dachte sicherlich, ich sei verrückt. Bin ich ja auch irgendwie, aber eigentlich wundert mich das auch nicht. Wenn man noch nicht verrückt war, dann wird man es spätestens durch diese ganze Arztrennerei.

Zudem noch ganz toll an dieser ganzen Terminverschiebung: da mein “richtiger” Termin nun zwei Wochen nach hinten verschoben wurde, bin ich logischerweise zwei Wochen weiter in meiner Schwangerschaft. Das bedeutet, dass Dinge wie die Nackenfaltenmessung und sämtliche Blutabnahmen schon ganz bald durchgeführt werden müssen. Hoffentlich haben sie da auch noch einen Termin frei. Aber das ist wieder eine andere Geschichte und darüber werde ich ganz bestimmt zu einem späteren Zeitpunkt nochmal berichten. Macht’s gut,

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