Frau mit Schmerzen im Bett nach IVF

Wir alle sind verschieden und egal was ich hier schreibe, werden mir vermutlich 50% aller IVF-Patientinnen widersprechen. Solltet ihr selbst vor einer IVF oder ICSI stehen, dann lasst euch eins gesagt sein: macht euch nicht verrückt, lest nicht so viel darüber und lasst alles auf euch zukommen. Da das aber immer leichter gesagt als getan ist, hier trotzdem mal für alle Wissbegierigen einen kleinen Einblick bzw. Erfahrungsbericht, wie ich mich nach meiner IVF gefühlt habe.

Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich gestehen, dass die Nachwirkungen meiner IVF so viel schlimmer sind als ich dies erwartet hatte. Bisher hatte ich nur von Freundinnen, die selbst durch eine IVF mussten, gehört, dass es ihnen zwei Tage nach der Punktion schon wieder fast normal ging. Bei mir war das anders. Deshalb würde ich generell sagen, dass die Schmerzen erst mit bzw. nach der Punktion entstehen. Zugeben, all die Spritzen waren kein Spaß, aber großartige Schmerzen hatte ich davon zum Glück keine.

Meine Schmerzen nach der Punktion

Bereits direkt nach der Punktion ging es mir ziemlich bescheiden. Es waren nicht unbedingt die Unterleibsschmerzen, die mir zu schaffen machten, sondern diese verrückten Bauchschmerzen. Ich war so aufgebläht, dass ich nicht sitzen konnte. Laufen viel mir schwer. Überall drückte und zwickte es. Nach dem Transfer (2 Tage nach der Punktion) ging es dann langsam wieder bergauf. Eine Woche später war dann alles wieder fast normal, allerdings konnte ich noch immer nicht schnell gehen, ohne dass es sich unangenehm angefühlt hat. Deshalb habe ich mich ziemlich viel geschont und es langsam angehen lassen.

So fühlte ich mich ein paar Tage nach dem Transfer 

Doch kaum war alles wieder fast normal, da ging es auch schon wieder los mit den Schmerzen (ca. 7 Tage nach dem Transfer). Das gelegentliche Zwicken im Unterleib wurde stärker und häufiger und ich habe mich einfach nicht so fit gefühlt. Hinzu kam jedoch, dass mein Progesteronwert gesunken war, weshalb ich mir für eine Woche täglich eine Spritze Prolutex verabreichen musste. Erst dachte ich, dass meine leichte Übelkeit und mein Befinden nur Nebenwirkungen des Medikaments wären. Doch als ich dann mit den Spritzen fertig war und wieder zum reinen Utrogest wechselte, wurden meine Schmerzen nicht besser sondern viel schlimmer. Zwischenzeitlich wurde mir so übel, dass ich glaubte mir einen Magen-Darm-Virus eingefangen zu haben. Doch irgendwie kam es so schubweise, dass ich irgendwann der Überzeugung war, dass es etwas anderes sein musste. 

Nachdem mir also so richtig übel war, erwachte ich am nächsten Tag mit einem angespannten Bauch. Das Ganze fühlte sich an wie Muskelkater in der ganzen Bauchregion und wenn man auf meinen Bauch fasste, dann fühlte sich alles so komisch fest an. Ein paar Stunden später sah mein Bauch dann auch aus als wäre ich im 5. Monat schwanger. Ganz ehrlich, da erschreckt man schon ein bisschen wenn man in den Spiegel schaut. Mittlerweile hatte ich natürlich auch ein bisschen gegoogelt (wer tut das nicht..) und ich bin mir jetzt sicher, dass ich eine Überstimulation habe und der dicke Bauch Wassereinlagerungen sind. Juhu.

Die Überstimulation

Natürlich ist jetzt Wochenende, was bedeutet, dass ich nur zu den Notfallärzten gehen kann. Sollte es heute oder morgen noch schlimmer werden, dann werde ich natürlich dort hingehen. Ansonsten hat meine Recherche bezüglich einer Überstimulation ergeben, dass man sehr, sehr viel trinken und sich ausruhen muss. Und genau das tue ich jetzt. Außerdem habe ich gelesen, dass eine späte Überstimulation (bedeutet, dass sie entweder erst verschwindet und dann wieder schlimmer wird oder erst eine Woche nach dem Transfer auftritt) generell ein sehr guter Indikator dafür ist, dass die IVF erfolgreich war. Der Grund liegt wohl darin, dass diese Symptome erst durch den Anstieg des Schwangerschaftshormons HCG ausbrechen. Nun hoffe ich natürlich, dass dies bei mir auch so ist.

Sollte die In Vitro dagegen in keiner Schwangerschaft enden, dann habe ich all das auf mich genommen, nur um herauszufinden, dass meine Eierqualität äußerst schlecht ist. Juhu. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, bevor ich nicht das Ergebnis schwarz auf weis mit eigenen Augen gesehen habe. Bis dahin versuche ich optimistisch zu bleiben.

Übrigens möchte ich darauf hinweisen, dass das Risiko einer Überstimulation bei PCO-Patientinnen erhöht ist. Habt ihr dies nicht, dann würde ich mich an eurer Stelle nicht verrückt machen. Und wenn ihr es habt, dann macht euch auch nicht verrückt. Irgendwie schaffen wir das alles und ich bin mir sicher, dass wir alle früher oder später an unser Ziel gelangen werden. Wenn auch auf Umwegen und auf einem sehr steinigen Weg – das Ganze natürlich barfuß – aber wir werden zu unserem Ziel gelangen. Irgendwie, irgendwann.

 

 

 

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