Junge oder Mädchen aussuchen bei einer IVF

Vor Kurzem hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer Bekannten. Sie ist Amerikanerin und hatte vor zwei Jahren (nach diversen anderen Behandlungen) eine IVF hier in den USA. Als ich ihr von meiner IVF erzählte, hatte sie mich gefragt, ob ich denn das Geschlecht meines Embryos wusste. Da war ich dann doch etwas überrascht, da mir nicht bewusst war, dass man das bereits vor dem Transfer testen lassen und somit sein Wunschgeschlecht aussuchen kann – zwar nicht in Deutschland, aber in den USA geht das.

Das Ganze funktioniert so:

Jede Eizelle der Frau enthält ein X-Chromosom. Jedes Spermium enthält dagegen ein X oder ein Y-Chromosom. Nach der Befruchtung verschmelzen Eizelle und Spermium miteinander und je nach Paarung entsteht dabei ein Junge (XY) oder ein Mädchen (XX). 

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, das Geschlecht schon vor dem Transfer zu Bestimmen. Bei der ersten Variante werden die Spermien sortiert, da es solche Sortierungsmaschinen gibt, die mit ziemlich hoher Genauigkeit die Spermien nach Geschlecht sortieren können. Die häufiger genutzte und zudem genauere Variante ist jedoch Folgende: von dem 4- oder 8-zelligen Embryo wird eine Zelle entfernt und untersucht. Neben diversen Krankheiten kann während dieses Prozesses auch das Geschlecht ermittelt werden – zumindest in den USA und einer handvoll anderer Länder, nicht jedoch in Deutschland. Lässt man seine Zellen testen, so werden die Embryonen bis zum Transfer eingefroren und meist ein oder zwei Monate später eingesetzt.

Zurück zu meiner Bekannten

Sie erzählte mir, dass sie diverse Krankheiten in der Familie haben und deshalb all ihre Embryonen auf diese Erbkrankheiten haben testen lassen. Gleichzeitig haben sie auch die Geschlechter bestimmen lassen und haben sich dann aus ihren 8 Embryonen ein Mädchen ausgesucht, da diese Erbkrankheiten häufiger bei Jungs vertreten sind. Die übrigen 7 Embryonen wurden eingefroren und auch hier kennt sie die Anzahl beider Geschlechter. Ihrer Meinung nach ist es ein komisches Gefühlt zu wissen, dass sie noch x Mädchen und y Jungs in petto hat.

Ich muss schon zugeben, dass ich da erst mal nicht wusste was ich sagen sollte. In meinen Augen ist es irgendwie absolut verrückt und unvorstellbar, dass man ein Geschlecht auswählt und somit das Eine über das Andere stellt. In dem Fall der Bekannten kann ich es natürlich verstehen, dass man Erbkrankheiten ausschließen möchte und deshalb dann – in ihrem Fall – ein Mädchen gewählt hat.

Hätte ich selbst das Geschlecht meines Embryos wissen wollen? Definitiv nicht. Irgendwie gehört die Überraschung ja dazu. Hauptsache gesund würde ich mal sagen. Wobei wir da wieder beim Thema wären: genau aus diesem Grund hat meine Bekannte überhaupt die Geschlechter bestimmen lassen.

Jetzt seid ihr gefragt: Wunschgeschlecht ja oder nein?

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Was haltet ihr von einem Wunschgeschlecht? Ist das Ganze moralisch vertretbar? Würdet ihr das Geschlecht bestimmen lassen, wenn es in eurer Familie schlimme Krankheiten gäbe und ihr somit das Risiko bei eurem Kind minimieren könntet? Ich bin gespannt auf eure Antworten,

 

 

 

2 Kommentare
  1. PrinzessinN
    PrinzessinN sagte:

    Ich finde das schon ein wenig bedenklich und hätte auch nicht gewusst, wie ich reagiert hätte. Ist schon heftig, wie unterschiedlich die Gesetze sind.

    Falls es wegen Erbkrankheiten etc. nötig ist, das kann ich noch verstehen. Aber wenn es nicht nötig ist und man einfach „wählen“ möchte. Das finde ich persönlich fragwürdig.

    Hier in der Schweiz ist das verboten. Wir haben uns bei unserem Kind überraschen lassen. Erst bei der Geburt sahen wir, ob wir eine Tochter oder einen Sohn haben. Ich fand das sehr schön.

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    • Bine
      Bine sagte:

      Sehe das genauso wie du. Echt verrückt, was alles möglich ist… Bewundere dich dafür, dass du dich hast überraschen lassen. Auch wenn es mir egal ist was es wird, bin ich schon sehr, sehr neugierig und kann so lange nicht abwarten.

      Antworten

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