Kim über Einleitung und eine nicht ganz so schöne Geburt

Nicht jede Geburt ist eine schöne Geburt. So auch die Geburt der kleinen Frieda, die 11 Tage nach dem errechneten Termin das Licht der Welt erblickte. Mama Kim erzählt uns, wie das bei ihr abgelaufen ist – von der Einleitung über Saugglocke bis hin zum Dammschn… naja, ihr wisst schon.

Die 6 Fragen aller Fragen:

Hattest du eine schöne Geburt?
Nein

War es deine erste Geburt?
Ja

Wie lange hat es gedauert (von erster Wehe bis zur Geburt)?
12 Stunden

Hattest du Angst vor der Geburt?
Nein

War es schlimmer als erwartet?
Ja

Hast du einen Tipp für eine Schwangere, die kurz vor der Geburt steht?
Man kann alles lesen und erfahren. Aber man sollte sich nie darauf versteifen oder verrückt machen. Es wird anders kommen. So habe ich es erfahren.

Frieda war 10 Tage über dem errechneten Termin.

Meine Gynäkologin meinte, dass die Plazenta verkalkt sei und eine Einleitung Sinn machen würde. Da ich vorher nur Negatives über die Einleitung gehört habe wurde mir ganz bange. Ich hatte nie Angst vor der Geburt, habe mir fest vorgenommen es locker anzugehen. So ging ich dann auch naiv an die Einleitung ran. Ich wollte, dass es nicht schlimm wird – ich habe es mir so sehr gewünscht. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass sie alleine kommen will, daher dachte ich es wird nicht so schlimm wie es alle sagen.

Es war ein Mittwoch morgen, der 22.02.2017. Ich ging ins Krankenhaus, wurde kurz untersucht und bekam die erste Tablette zur Einleitung. Ich habe immer im Abstand von 4 Stunden eine bekommen. Den ganzen Tag passierte nichts.

Am Abend bekam ich ein paar Übungswehen. Diese hörten schnell wieder auf und ich konnte schlafen.
Am 23.02.2017 um 5 Uhr ca. habe ich leichte Wehen und Angst bekommen und erstmal geweint, konnte mich aber nach kurzer Zeit wieder beruhigen.

Die Fruchtblase

Ich bin etwas später zum Frühstück gegangen, die Wehen wurden stärker, ich ging nochmal duschen, zog mich an – als ich fertig war mit Anziehen platzte um 9 die Fruchtblase. Innerhalb von Minuten bekam ich starke Wehen und bin gleich in den Kreißsaal. Als erstes durfte ich mich einem Einlauf unterziehen. Das war sehr unangenehm. Nun gut, ich dachte es wird sicher noch unangenehmer was das Thema Privatsphäre betrifft.

Die Wehen waren stark und ich hatte keine Pausen dazwischen, dies ging über mehrere Stunden – aber der Muttermund ging einfach nicht auf. Ich habe Schmerzmittel bekommen, damit ich mal minimal aufatmen konnte, hat aber nicht geholfen. Wir haben weiter gekämpft.

Frieda lag nicht tief genug im Becken, sodass der Druck vom Kopf nicht Richtung Muttermund drückte, sondern gegen meinen Beckenknochen. Ihre Herztöne fielen bei jeder Wehe ab. Sie hatte auch Schmerzen. Das alles ging so 7 Stunden. Ich war so erschöpft und müde und hatte so Schmerzen. Mehrere Ärzte und die Hebamme berieten sich. Zeitweise hatte ich 3 verschiedene Finger „da unten“.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Also PDA wäre super, mit der Option, dass wir zu einem Kaiserschnitt übergehen können im Notfall, der gar nicht so abwegig war und natürlich um es mir leichter zu machen. Die Hoffnung, dass Frieda sich berappelt und in den Geburtskanal rutscht war noch nicht erloschen. Meine Hebamme war eine sehr erfahrene Frau und hat mir so Mut gemacht. Sie meinte mit Umlagern könnte es noch klappen.

Ich bekam also eine PDA, das war sooo entspannend. Ich konnte endlich mal loslassen. Ich musste alle 15 Minuten die Seite wechseln auf der ich lag. Schon nach 2 Stunde haben wir es geschafft. Die PDA verlor die Wirkung, ich hätte nachdosieren können, aber empfand es alles nicht mehr so schlimm, wollte es nicht mehr. Sie lag endlich mit dem Kopf im Geburtskanal, der Muttermund hatte sich in der Zeit komplett geöffnet. Ihre Herztöne wurden wieder besser. Ich hatte endlich das Gefühl das Blatt wendet sich und es könnte noch schön werden.

Ende gut, alles gut?!

Kurze Zeit später bekam ich schon Presswehen. Das war alles Easy im Gegensatz zu den vorigen Stunden. Jetzt wurde es ernst. Es war sehr anstrengend, aber eher so als würde ich Hochleistungssport treiben. Schmerzen hatte ich kaum. Ich war dem Ziel jetzt so nahe. So ganz einfach sollte es aber nicht werden, ich war so kraftlos.

Wir mussten die Saugglocke unterstützend einsetzen und einen Dammschnitt durchführen. Mit leichter Unterstützung ging es dann ganz gut. Zwei Wehen noch, dann war sie da. ENDLICH, am 23.02.2017 um 19.55 Uhr haben wir es geschafft. Wir waren sooo glücklich.
Mein Mann war die ganze Zeit bei mir und hat uns sehr unterstützt.

Liebe Grüße,

Kim und Frieda

Liebe Kim,

vielen herzlichen Dank dafür, dass du deine Erfahrung mit uns allen teilst. Zugegeben, die Geburt deiner kleinen Frieda klingt nicht sonderlich angenehm. Saugglocke und Dammschnitt? Definitiv zwei Wörtchen, die keiner in seinem Geburtsbericht stehen haben möchte. Aber du hast es geschafft – es ist vorbei und deine kleine Frieda hält dich sicherlich auf Trapp.

Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute und falls du dich trotz Allem für ein Geschwisterchen entscheiden solltest, dann wünsche ich dir, dass du die Erfahrung einer wunderschönen Geburt machen darfst.

Machs gut,

deine Bine