Kurz zum Spielplatz? Moment, ich hole den Autoschlüssel!

Im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich mit meinem Leben hier in den USA, aber (ja, da kommt schon das aber) da gibt es schon so einige Sachen die ich an Deutschland vermisse. Und damit meine ich nicht nur die gute Schokolade, leckere Eisbecher und günstiges Klopapier. Nein, sobald man hier ein Kind hat weiß man erst einmal so einiges an Deutschland zu schätzen.

Da ich meine Tochter in Kalifornien bekommen habe, weiß ich eigentlich nicht so richtig wie es sich anfühlt in Deutschland Mama zu sein. Aber wenn ich mir so meine Freunde und Familie mit Kids anschaue, dann sehe ich da so einiges was ich hier auch gerne hätte.

Zu welchem Spielplatz fahren wir heute?

Fangen wir doch mal mit der Spielplatzsituation an. Die ist nämlich nicht die Beste. Wenn es einen Spielplatz gibt, dann ist dieser auch immer sehr schön gestaltet und es ist meist für jede Altersgruppe etwas dabei. Übrigens wird hier gerne getrennt: Babyschaukel und Babyrutsche findet man häufig eingezäunt, um die lieben kleinen Monster von den großen, dreijährigen Monstern zu schützen. Warum auch nicht.

Während ihr bei euch eigentlich an jeder Ecke einen Spielplatz findet, sieht es hier ein bisschen anders aus. Der nächste Spielplatz ist zwar nicht allzu weit weg, aber dazu müssten wir den Highway 1 überqueren – nicht ganz so spaßig wenn man bedenkt, dass es keine Ampel oder Ähnliches gibt und die Autos mit ca. 80 km/h an einem vorbei düsen. Was bleibt einem übrig? Klar – Mama holt schnell den Autoschlüssel und ab geht’s! Ich will mich nicht beschweren, denn immerhin haben wir in unserem „Neighborhood“ Gehwege…davon können andere nur träumen. Natürlich gibt es aber auch genug Familien, die keine gefährliche Straße überqueren müssen um zum nächsten „Playground“ zu kommen – aber eins weiß ich: in Deutschland hätte auch unsere kleine Nachbarschaft ihren eigenen Spielplatz…und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Fußgängerampel. Aber man kann eben nicht alles im Leben haben.

Schwimmen in Kalifornien, aber wo?

Nun gut, erstmal genug zum Thema Spielplatz. Jetzt zu meinem nächsten Punkt: Schwimmbäder. Oh, ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie sehr ich die deutschen Schwimmbäder vermisse! „Aber du wohnst doch in Kalifornien wo es warm ist, ihr habt doch bestimmt viele tolle Freibäder!“ Ähm, nein. Kein Einziges um ehrlich zu sein. Echt verrückt. Zwar gibt es hier irgendwo (ca. 1,5 Stunden Fahrzeit) so ein neues Erlebnisbad, aber das kostet wieder ein Vermögen an Eintritt. Also nicht das, wonach ich suche.

Gerne und oft denke ich an die Sommertage in meiner Kindheit zurück: morgens aufwachen, auf’s Rad steigen und zum Freibad radeln. Dort den ganzen Tag mit Freunden verbringen, zwischendurch ein Eis und den Tag mit einer großen Portion Pommes mit Ketchup abrunden. Ich glaube das kennen wir alle. Einfach eine wunderschöne Erinnerung, die ich meiner Tochter auch gerne weitergeben würde. Sollten wir hier bleiben, dann wird das ein wenig schwierig werden.

Es ist natürlich nicht so, als gäbe es keine Pools hier in der Gegend. Die High School hier im Ort hat beispielsweise Einen, und soweit ich weiß darf man da vor und nach Schulbeginn hingehen – aber eben nur zum Bahnenschwimmen. Dann gibt es da noch die Community Pools – ich habe einen ca. 30 Minuten von unserem Wohnort ausfindig gemacht und will da auch demnächst mal hingehen. Auch wenn mich deren Webseite etwas abschreckt, denn es gibt da so einige Regeln. Meine Lieblingsregel? Regel Nummer 5:

Kids’ Break’ is held each hour for ten (10) minutes during recreation swim longer than two hours. Children under the age of 17 must exit the pool including the baby pool during this time.

Ähm, what?! Also 50 Minuten dürfen wir ins Wasser pro Stunde – wie gnädig. Ach, die Amis, sie überraschen einen doch immer wieder… Am besten sucht man sich hier Freunde mit Pool, denn eigentlich hat fast jeder Apartment-Komplex einen mehr oder weniger gepflegten Tümpel.

Alles ein bisschen teurer

Hier ist einfach alles ein bisschen anders. Wenn du willst, dass dein Kind schwimmen lernt, dann kannst du natürlich jederzeit einen Schwimmkurs in einem der privaten Schwimmvereine machen. Das ist natürlich nicht ganz billig. Bei uns im Ort kostet es derzeit so um die $105 pro Monat, dafür bekommt man aber auch gigantische 30 Minuten Poolzeit pro Woche (denn man muss gleich nach Kursende den Pool wieder verlassen – die nächste Gruppe wartet schon!).

Das bringt mich auch schon zum vorerst letzten Thema heute: Kurse und Mitgliedschaften. Wie viel Geld gebt ihr denn so pro Monat für Krabbel-, Schwimmkurse und andere Freizeitaktivitäten aus? Ich weiß von meinen Freunden hier, dass sie monatlich so um die $200 pro Kind ausgeben. Was sie für ihr Geld bekommen? Na 30 Minuten im Pool und 30 Minuten auf dem Trampolin…und das natürlich pro Woche.. 😉

Hoffentlich konnte ich euch zeigen, dass hier alles ein bisschen anders ist und es viele Dinge in Deutschland gibt, die mit Kind so viel besser sind als in anderen Ländern. Leider wissen wir meist etwas nur dann zu schätzen, wenn wir es nicht mehr haben. Deshalb: genießt das Schwimmbad und esst das nächste Mal eine Portion Pommes für mich mit – mit Ketchup und Mayo natürlich. Wenn schon, denn schon.

Bis demnächst,

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