Viele Paare kostet es sehr viel Überwindung, bei einem unerfüllten Kinderwunsch einen Arzt aufzusuchen. Viel zu lange versuchen sie ihr Glück so ganz ohne Hilfe eines Arztes. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, doch viele Paare schreckt ab, was da auf sie zukommen würde.

Das ist sehr verständlich, schließlich gibt es schönere Dinge im Leben, als mit seinem Arzt über den Geschlechtsverkehr zu sprechen. Fragen wie

  • wie oft haben Sie Gelschlechtsverkehr?
  • Gibt es Erektionsprobleme?
  • Sind Sie denn beide „erfüllt“?

sind bei einem ersten Arztbesuch keine Seltenheit. Liegt tatsächlich ein offensichtliches Problem vor, dann möchte man vermutlich nicht unbedingt darüber sprechen.

Doch leider muss man an dieser Stelle über seinen Schatten springen und sich sagen, dass das, was für uns so unangenehm ist, für den behandelnden Arzt in der Kinderwunschklinik das täglich Brot ist. Deswegen: sollte ein Problem vorliegen, dann keine Sorge: es betrifft mehr Paare als man denkt.

Selbst wenn es keine offensichtlichen Probleme gibt, schieben trotzdem viele Paare das Vorhaben eine Kiwu-Klinik zu besuchen vor sich her. Meiner Meinung nach ist das aber das Schlimmste, was man sich selbst antun kann.

Denn ein unerfüllter Kinderwunsch hat oftmals ganz stark negative Auswirkungen auf unsere Psyche, Ehe und Freundschaften. Wieso also keine Hilfe annehmen, wenn es beispielsweise nach einem Jahr noch immer nicht geklappt hat?

Klar, man hört immer wieder von Paaren, bei denen es nach 13 oder 14 Monaten endlich geklappt hat. Vielleicht zählt ihr selbst zu diesen Paaren. Doch was, wenn nicht? Warum nicht einfach einen Termin beim Spezialisten machen und sich helfen lassen?

Wenn es vorher klappen sollte, dann umso besser.

Wenn es nicht klappen sollte, dann hat man immerhin keine wertvolle Zeit verloren. Das jetzt nicht falsch verstehen: eigentlich ist es aus medizinischer Sicht vermutlich ziemlich egal, ob es heute klappt oder eben erst in einem halben Jahr. Doch das halbe Jahr mit dem Wunsch nach einem Kind ist höchstwahrscheinlich eine sehr anstrengende Zeit, in der vor allem wir Frauen schnell das Ende unserer Kräfte kennenlernen.

 

Auch weiß ich aus Erfahrung, dass sich der Kinderwunsch gerne exponentiell steigert. Was vor einem Jahr noch ein „Versuchen“ war, kann heute schon jede Minute deines Tages einnehmen. Denn plötzlich denkt man an nichts anderes mehr, sieht überall nur Babys und ist traurig und verärgert, warum es bei allen zu klappen scheint, nur bei einem selbst nicht.

Deshalb mein Rat und meine große Bitte: sucht Hilfe auf, wenn es nicht klappen sollte. Wann? Wenn ihr nach einem Jahr nicht schwanger seid, dann ab zum Kinderwunscharzt. Wenn ihr über 40 seid, dann wartet nicht so lange und sprecht euren Arzt nach einem halben Jahr darauf an.

Wichtig ist, dass ihr euren Frauenarzt schon rechtzeitig über euren Wunsch informiert. Das könnt ihr jederzeit tun, auch wenn ihr es erst seit Kurzem probiert. Bleibt eine Schwangerschaft aus oder liegen Probleme vor, dann ist es umso wichtiger, dass ihr euren Arzt kontaktiert.

Wimmelt euch der Frauenarzt ab, dann bleibt hartnäckig oder holt euch eine zweite Meinung ein. Viel zu oft scheinen die Ärzte den Kinderwunsch unter „das-wird-schon-werden-habe-Geduld“ abzutun. Das ist traurig und zeigt, dass diese Person vermutlich nicht weiß, welch starken Auswirkungen das Problem auf die Psyche und Ehe hat.

Seid stark und gebt den Glauben an euer Wunder nicht auf. Der Kampf wird belohnt werden, in Form eines schreienden Bündels. Habt keine Angst vor Arztbesuchen und den diversen Untersuchungen oder Eingriffen. Aus Erfahrung weiß ich, dass alles nur halb so schlimm ist wie man denkt.

Am Ende ist es das alles wert. Ihr schafft das,

Hallöchen, ich bin die Bine und bin unfruchtbar. Ich habe den Kampf gewonnen, habe dem PCO-Syndrom mit meiner IVF in den Hintern getreten. Mit meinem Blog möchte ich euch einen Einblick in das Thema unerfüllter Kinderwunsch geben, zeigen, dass ihr nicht alleine seid und es kein Tabuthema sein muss. Außerdem schreibe ich über Schwangerschaft, Familie und mein Leben in Kalifornien. Wem das nicht reicht, darf gerne in meinen Podcast reinhören. Viel Spaß!

 

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