Ninas Geburtsbericht: eine Runde Lachgas, bitte!

In ihrem Geburtsbericht erzählt dir Nina, wie sie mithilfe von Lachgas ihr zweites Glück zur Welt gebracht hat. Es war eine schöne und schnelle Geburt, und noch schneller ging es danach wieder nach Hause – zu viert, glücklich und zufrieden.

Die 6 Fragen aller Fragen:

Hattest du eine schöne Geburt?
Ja!

War es deine erste Geburt?
Nein, erstes Kind 5 Jahre vorher

Wie lange hat es gedauert (von erster Wehe bis zur Geburt)?
2 Stunden

Hattest du Angst vor der Geburt?
Normale Aufregung würde ich sagen.

War es schlimmer als erwartet?
Nein

Hast du einen Tipp für eine Schwangere, die kurz vor der Geburt steht?
Vertraue Deinem Körper, lass dich drauf ein, und versteife Dich nicht auf einen festen Plan.

Circa eine Woche vor ET bekam ich das dringende Bedürfnis zu „laufen“… ich ging einfach überall zu Fuß hin… und so kam ich dann zum Teil auf 8 Kilometer und mehr… ich kann es nur schwer beschreiben, aber es war wie ein Drang, ich konnte nicht anders… Ab 2 Tage vor ET hatte ich tagsüber auch immer mal wieder leichte Wehen, aber sobald ich mich hingelegt habe war alles wieder ruhig.

ET+1 war ich bei meiner Ärztin zur Kontrolle, sie sagte der Muttermund sei schon 2 cm geöffnet, und es würde jetzt jederzeit losgehen… aber es passierte nichts. Ich ging eigentlich den ganzen Tag spazieren, und hoffte dass die Schwerkraft dem ganzen Prozess helfen würde… aber nein. Am Abend ET+2 war ich das erste Mal in den 40 Wochen so richtig ungeduldig… dabei habe ich mich schon Wochen vorher von meiner Tochter morgens in der Kita verabschiedet mit dem Gedanken- „ wer weiß, ob ich dich heute überhaupt abholen kann…“

Ich schlief trotz Riesenkugel und Hochsommer sehr gut, und als ich morgens um 5:00 Uhr das erste Mal aufwachte und mich ärgerte dass noch immer nichts passiert war, drehte ich mich nochmal im Bett um, und hörte oder spürte etwas Merkwürdiges. Mein erster Gedanke: Blasensprung. Zwischen die Beine gefasst – alles trocken. Nun gut, schlafen wir noch ein halbes Stündchen.

Als ich um 5:30h aufstand und neben meinem Bett stand war es soweit – das Fruchtwasser plätscherte! Das komische Geräusch oder Gefühl war also doch ein Blasensprung, aber erst durch den Druck nach unten im Stehen fing es an zu laufen.

Ich wusste vom Termin bei meiner Ärztin, dass der Kopf fest im Becken saß, und von meiner ersten Schwangerschaft konnte ich gut einschätzen, dass noch viel Fruchtwasser vorhanden sein musste, da ich dort schon so meine Erfahrung mit einem Blasensprung gemacht hatte.

Von meiner Hebamme wusste ich, dass bei der zweiten Entbindung in der Regel zwischen Blasensprung und erster Wehe nicht viel Zeit liegen.

Mein Mann und ich sind also aufgestanden, beide Duschen gegangen und dann haben wir unsere Tochter geweckt und ihr erzählt, dass es nun losgeht und wir sie zu Oma und Opa bringen. Um 6:15 verabschiedeten wir sie und ihre wichtigste Frage war:“muss ich jetzt wieder schlafen oder darf ich wach bleiben?“ Als sie an der Hand meines Vaters ins Haus ging, guckte ich sie bewusst als mein kleines Mädchen an, wusste ich doch, dass sie in ein paar Stunden die große Schwester sein würde.

Wir fuhren ins Krankenhaus und als wir auf dem Fußweg vom Auto zur Station waren hatte ich die erste wirklich schmerzhafte Wehe. Das Krankenhaus ist groß und der Weg ca 10 Minuten, aber ich wollte laufen…

Gegen 6:40 auf der Kreissaal-Station angekommen, wurde CTG geschrieben, mit nur ein paar mittelprächtigen Wehen, im Anschluss dann Ultraschall. Im Ultraschall waren die Wehen schon so alle 2-3 Minuten und unheimlich stark. Ich wusste, dass es jetzt schnell gehen würde – die Schwestern und Ärzte noch nicht so richtig. Bei meiner ersten Entbindung ist der Muttermund auch von jetzt auf gleich aufgesprungen. Aber im Ultraschallzimmer haben sie dann doch noch verstanden, dass ich mich nicht anstelle, sondern dass da wirklich was passiert…

Lachgas

Wir gingen in Windeseile in einen richtigen Kreissaal, dort angekommen war es ca 7:30 Uhr und die Hebamme lief schnell los und sagte: “ich sichere uns schnell das Lachgas“. Ich dachte mir „Lachgas? Ich will ’ne PDA!!“ Aber eigentlich wusste ich schon, dass es für eine PDA zu spät war… das wollte ich aber noch nicht wahr haben.

Sie kam mit dem Lachgas zurück und erklärte mir was ich schon ahnte: für eine PDA war es zu spät. Ich kannte die PDA  und hatte es bei der ersten Geburt als sehr gut empfunden. Daher wollte ich es natürlich wieder so haben. Meine ambulante Hebamme hatte uns im Kurs aber auch erzählt, dass Lachgas wieder im Kommen und vor allem für schnelle Entbindungen gut sei.

Ich sollte, wenn ich merkte die Wehe kommt, die Maske auf Mund und Nase drücken und tief atmen. Das tat ich dann immer bis die Wehe vorbei war. Durch das Lachgas fühlte ich mich wie auf einer Wolke, richtig wie in Zuckerwatte und irgendwie etwas high. Sobald ich die Maske vom Gesicht nahm, war ich wieder komplett klar.

Diesmal war es anders

Bei meiner ersten Entbindung konnte ich keine Nähe von meinem Mann ertragen, seine Hände waren einfach zu warm. Er sollte da sein, nah bei mir, aber mich bitte nicht anfassen. Diesmal war es anders, er sollte so nah wie möglich sein, mich festhalten. Wenn eine Wehe kam, setzte ich die Maske auf und er wusste schon wo im unteren Rücken ich die Schmerzen so stark empfand, und hielt mit seiner Hand dagegen und half mir so die Schmerzen besser auszuhalten.

Fünf Jahre zuvor war ich ab dem Moment der PDA zwar relativ schmerzlos, aber auch fremdbestimmt. Ich spürte nicht was ich zu tun hatte, und atmete und presste damals nur nach Anweisung der Hebamme. Durch das Lachgas dieses Mal spürte ich was zu tun war, ich konnte komplett selbstbestimmt „die Wehen reiten“ und wenn ich Erleichterung brauchte habe ich durch die Lachgasmaske geatmet.

Relativ schnell kamen die Presswehen und nach 4-5 Presswehen war er da!
Unser kleiner perfekter Junge erblickte um 8:20h das Licht der Welt: 57 cm, 4020g und 37,5 cm Kopfumfang – geboren ET +3.

Ab nach Hause

Eigentlich war klar, dass wir nun zu dritt für mindestens 2 Tage im Familienzimmer auf der Wochenbettstation bleiben werden. Aber manchmal kommt es anders – in mir war dieses große Bedürfnis, dass wir komplett sein müssen. Ich wollte nicht ohne unsere Tochter sein, auch wenn seit Monaten geplant war, dass sie bei Oma und Opa ist.

Und so kam es dann anders… Wir klärten mit der Hanamme, dass wir nachhause wollen und bekamen das OK um 11:30 das Krankenhaus verlassen zu dürfen, wenn ich bis dahin Wasser lassen konnte. Ich habe im Kreissaal geduscht, mich etwas frisch gemacht und dann baten wir den Opa darum, unser Mäuschen um 11:00 Uhr zu uns zu bringen. Mein Mann schmuggelte sie zu uns in den Kreissaal und sie lernte ihren kleinen Bruder kennen. Ein wirklich magischer Moment!

Um 11:30h sind wir dann zu viert zu unserem Auto gegangen und nachhause gefahren. Als zwei meiner Freundinnen nach der Entbindung des zweiten Kindes direkt nachhause gegangen sind, hatte ich da wenig Verständnis für – für mich war klar, dass ich bei einem zweiten Kind genauso im Krankenhaus bleiben würde.

Wären meine Kinder 2 Jahre und nicht 5 Jahre auseinander, hätte ich mich wohl auch nicht getraut, aber so war unser kleines Glück an dem Tag einfach perfekt.

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Liebe Nina,

vielen Dank für diesen tollen Geburtsbericht! Du bist die Erste die ich kenne, die ihr Kind mithilfe von Lachgas zur Welt gebracht hat. Super interessant, danke dir! Das ging bei dir dann ja alles ruckzuck. Wie gut, dass ihr schnell ins Krankenhaus gegangen seid.

Schön, dass sich die zweite Geburt für dich selbstbestimmter angefühlt hat als die erste. So soll es ja eigentlich auch sein. Ich hatte glücklicherweise trotz PDA noch alles gespürt, aber wie man sieht ist das nicht immer so… Wie auch immer, ich kann es voll und ganz verstehen, warum du nach der Geburt schnellstmöglich nachhause wolltest – zu Hause ist es doch am Schönsten.

Mit seinen 4 Kilo und seinem Kopfumfang hat es dir der Kleine ja auch nicht gerade leicht gemacht, haha. Ein Hoch auf das Lachgas!

Liebe Nina, vielen Dank für den interessanten Bericht! Ich bin mir sicher, dass sich viele andere Frauen sehr dafür interessieren, wie eine Geburt mit Lachgas so abläuft.

Liebste Grüße aus Amerika,

deine Bine