Bei uns ist der Sommer ausgebrochen und wir haben das gute Wetter ausgenutzt: Kaffee trinken mit Freunden, Strandspaziergänge und heute waren wir mit einer Freundin im Yacht-Club. Es war so schön und ich habe wieder neue, nette Mamas kennengelernt, mit denen ich sehr interessante Gespräche führen durfte.

Wie ihr wisst gehe ich sehr offen mit meiner Unfruchtbarkeit um. Auch wenn ich es nicht jedem auf die Nase binden will, ist es schwierig, die richtige Antwort auf die Frage zu finden, was ich denn neben dem Mamasein so mache. Dann sag‘ ich halt ganz einfach, dass ich über Unfruchtbarkeit und mein Leben in Kalifornien blogge.

Wie reagieren die Menschen auf meine Offenheit?

Zugegeben, der Blog ist noch ziemlich neu und ich hatte in der Zeit als Bloggingmama nur eine handvoll solcher Situationen, in denen ich meinem Gegenüber von der Unfruchtbarkeit erzählt habe. Doch wie reagiert mein Gegenüber? Wie würdet ihr reagieren? Wäre es euch unangenehm?

Bisher habe ich den Eindruck, dass meine Offenheit durch die gleiche Offenheit meines Gegenübers erwidert wird. Mir haben doch tatsächlich gestern und heute zwei neue Bekannte erzählt, dass ihre Kinder IVF Babys sind. Wie verrückt.

Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ich mich über diese Offenheit gefreut habe. Es tut einfach so gut, von anderen Mamas zu hören, dass es bei ihnen letztendlich geklappt hat – das macht Mut und gibt mir eine frische Brise Optimus, die ich sehr gut gebrauchen kann. Irgendwie ist es doch eine kleine Welt. Wie ist es überhaupt möglich, dass mir zwei Mamas auf zwei aufeinanderfolgenden Tagen von ihren IVF-Babys erzählt haben? I mean, what are the odds?!

Fragen über Fragen

Besonders toll war natürlich, dass ich den Beiden viele Fragen stellen konnte. Hat es beim ersten Mal geklappt? Wie viele Follikel hattest du? Wie viele Embryonen? Ist dein Kind frisch oder aufgetaut (klingt komisch, aber alle IVF-ler da draußen wissen zu gut wovon ich rede). Was hat es bei dir gekostet? Wo hast du es machen lassen? Habt ihr die Embryonen testen lassen? Wie viele habt ihr noch eingefroren?

Oh ja, es waren lange Gespräche, die mir sehr dabei geholfen haben, mich auf die immer näherrückende IVF vorzubereiten. Was ich daraus gelernt habe? Dass man optimistisch und realistisch sein muss: es kann durchaus sein, dass es beim ersten Versuch nicht klappen wird bzw. dass es passieren kann, dass sich die Eizellen nicht befruchten lassen. Es kann bei jedem Schritt etwas schief gehen. Wenn dem so sei, dann nicht aufgeben, sondern aufstehen und weitermachen.

Nun sitze ich hier und überlege mir, wie diese letzten zwei Tage abgelaufen wären, hätte ich diesen Mamas nicht so offen von meinem Blog und der Unfruchtbarkeit erzählt. Eins ist sicher: ich hätte mir die Mamas mit ihren zwei Kindern angeschaut und still und heimlich vor mich hingedacht, wie viel Glück die Beiden doch haben, denn sie haben Kinder und konnten ihrem Erstgeborenen ein Geschwisterchen schenken. Niemals hätte ich geahnt, dass sie Hilfe benötigt haben und es für sie ein langer, schwerer Weg war.

Genau das ist der Grund, warum ich so froh darüber bin, dass ich mittlerweile so offen über meinen Kinderwunsch sprechen kann. Man trifft dadurch auf viele Menschen, denen es ähnlich oder gar schlechter ergangen ist, sie aber eventuell erreicht haben, wovon du selbst noch träumst. Das gibt Hoffnung und baut auf.

Die Moral von der Geschichte

Vergleiche ich meine heutige Offenheit mit meiner Einstellung vor einem halben Jahr, dann bin ich sehr froh, dass ich heute bin wo ich bin. Indem ich nämlich über meine Probleme spreche, treffe ich auf andere Betroffene und das hilft mir dabei, dass ich mich nicht so alleine fühle. Und was, wenn mein Gegenüber selbst keine Erfahrung mit einem unerfüllten Kinderwunsch hat? Dann kennt sie ganz sicher jemanden, dem es ähnlich geht wie mir und eventuell kann sie diesem Menschen von mir berichten und diesem somit zeigen, dass er nicht alleine ist.

Natürlich habe ich größtes Verständnis für diejenigen, die nicht darüber sprechen wollen. Manchmal braucht das alles etwas Zeit, bis man seine Situation akzeptiert hat. Das ist vollkommen in Ordnung. Hoffentlich konnte ich dir aber durch diese kurze Geschichte zeigen, dass es auch durchaus Vorteile haben kann, wenn man offen mit dem Problem umgeht. Denn du bist nicht allein und die Wahrscheinlichkeit, dass du auf jemanden triffst der sehr gut versteht wie es dir geht, ist ziemlich hoch.

Aber alles zu seiner Zeit und natürlich bleibt es letztendlich ganz euch überlassen. Schaut in euer Inneres und handelt dementsprechend. Ihr müsst wie ich über Probleme reden um sie zu verarbeiten? Dann raus damit! Euch ist es unangenehm darüber zu sprechen? Dann ist das auch in Ordnung. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und es ist ganz normal, dass sich Wege verändern.

Ich drücke euch fest und “Baby Dust” an alle, die ihn brauchen,

 

 

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