Freundin mit Kinderwunsch helfen

Nur zu gut weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man unbedingt ein Kind möchte und es einfach nicht klappen mag. Plötzlich siehst du, wie alle anderen um dich herum schwanger werden. Egal wohin du gehst, überall begegnen dir mehr oder weniger glückliche Mamas, die mehr oder weniger abwesend ihren Kinderwagen vor sich herschieben. Meist haben sie noch ein älteres Geschwisterchen im Schlepptau. Genau das sind die Momente, in denen du dich fragst: warum ich? Bin ich denn die Einzige, bei der es einfach nicht klappen will? Womit habe ich das verdient? Was habe ich nur falsch gemacht?

Getrübte Freude

Wie ihr seht kenne ich diese Gedanken nur zu gut. Nur beim Gedanken daran steigen diese Emotionen in mir auf. Es war nicht schön, ständig mit diesem negativen Gefühl durch die Welt zu gehen. Nun bin ich jedoch selbst schwanger, bin überglücklich darüber und denke noch immer, dass es zu schön ist um wahr zu sein. Meine Freude ist jedoch getrübt, denn ich kenne genug andere Frauen, die noch immer auf das große Glück warten müssen. Das ist unfair.

Doch was kann man nur tun, wenn man selbst (mittlerweile) zu den Glücklichen zählt und die Freundin einfach nicht schwanger wird? In einem anderen Beitrag habe ich schon einmal 5 Tipps zusammengefasst, wie du deiner Freundin mit Kinderwunsch helfen kannst (den Beitrag findest du hier). Doch heute möchte ich euch einen Einblick in meine Gefühlswelt als ehemalige Kiwu-Patientin geben.

Alles nicht so einfach

Vorab: es steckt ganz schön viel hinter diesem Schwangerwerden. An allen Ecken und Enden kann etwas schief gehen und das ist auch der Grund, weshalb es bei einem gesunden Paar auch gerne mal ein Jahr dauern kann. Selbst wenn die Frau dann schwanger wird ist das leider keine Garantie dafür, dass auch wirklich alles problemlos ablaufen wird. Leider habe ich zahlreiche Freunde und Bekannte, die die schreckliche Erfahrung einer Fehlgeburt machen mussten. Das muss furchtbar sein und ich wünschte, dass keine Frau auf Erden so etwas erleben müsste. Doch die Realität sieht leider anders aus.

Doch zurück zum Thema: warum kann ich, wo ich doch jetzt endlich schwanger bin, nicht einfach glücklich sein? Eigentlich sieht doch alles super aus. Nein, da ist immer das Gefühl, dass andere Patientinnen es viel mehr verdient haben als ich. Schließlich bin ich schon Mutter. Warum darf ich schwanger sein, wenn es andere schon länger versuchen als ich? Warum ist das Leben so ungerecht? Warum darf ich es schon zum zweiten Mal erleben wie der Bauch heranwächst, wenn es andere noch nicht erleben durften?

Ich habe es nicht verdient

Eine meiner amerikanischen Freundinnen versucht schon seit mehreren Jahren schwanger zu werden. Die erste IVF ist bei ihr gescheitert, während ich bei meiner IVF das große Los gezogen habe. Es tat mir weh, ihr von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Ich konnte mir nämlich zu gut vorstellen, wie weh ihr das getan haben muss. Natürlich hat sie sich für mich gefreut und vielleicht gibt es ihr auch Hoffnung, dass es auch bei ihnen mit dieser Methode klappen wird. Und trotzdem bin ich mir sicher, dass es für sie schmerzhaft war und ganz bestimmt hat sie sich gefragt: warum Bine, warum nicht auch ich?

Diese Gedanken kann ich so gut nachvollziehen und genau deshalb bin ich so betrübt. Ich kann das Gefühl, es einfach nicht verdient zu haben, nicht ablegen. Doch gibt es beim Schwangerwerden überhaupt so etwas wie ein „verdient haben“? Haben wir es denn eigentlich nicht alle verdient, dass ein solcher Wunsch in Erfüllung geht? Natürlich. Doch die Einen haben einfach mehr Glück als andere.

Glück

Genau das ist es, was es ist: Glück. Ich hatte einfach alles Glück der Welt, dass ich bei der ersten In Vitro schwanger geworden bin. Auch wenn die Zahlen dagegen gesprochen hatten, hat es doch geklappt. Dahinter steckt wirklich nur reines Glück. Es hätte auch anders ausgehen können. Ich habe nichts besser gemacht, als die Freunde und Bekannte, bei denen es nicht geklappt hat. Meine Freunde und Bekannte haben auch nichts falsch gemacht. Doch eins weiß ich: irgendwann haben wir alle Glück. Die Einen früher, die Anderen später. Das ist zwar unfair, doch leider kann man das nicht ändern.

Wenn auch du zu den Unglücklichen gehörst, dann gib die Hoffnung nicht auf. Leichter gesagt als getan, aber glaube daran: dein Glück wird kommen. Vielleicht auch gleich in doppelter Ausführung, wer weiß. Wie auch immer es kommen mag, es wird kommen. In Form von 10 Little Fingers and 10 Little Toes.

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