Kaum hat man erfahren, dass man mit seinem Wunschkind schwanger ist, da kommen sie schon: die ersten Ängste, dass irgendetwas schief gehen könnte. Ich glaube, dass wir das alle kennen. Vermutlich haben wir alle mindestes eine Freundin, die ihr Kind im ersten Trimester verloren hat. Zugegeben, die Angst vor einer Fehlgeburt ist berechtigt, schließlich ist das Risiko im ersten Trimester besonders hoch. Doch was kannst du tun, wenn dich deine negativen Gedanken verrückt machen?

Zunächst lass dir gesagt sein: du bist nicht allein mit deiner Angst. Die wenigsten Frauen sind am Anfang der Schwangerschaft entspannt. Solltest du eine längere Kinderwunschzeit und evtl. sogar Behandlungen wie Inseminationen, IVFs oder ICSIs benötigt haben um schwanger zu werden, dann ist deine Angst vermutlich ausgeprägter als bei anderen Mom-to-be’s. Warum? Weil es einfach ein sehr anstrengender, langer Weg für dich war. Jetzt bist du schwanger und denkst vermutlich, dass es zu schön ist um wahr zu sein. Kenne ich zu gut.

Angst gehört dazu

Aber auch wenn du auf Anhieb schwanger geworden bist, dann ist deine Angst berechtigt. Irgendwie gehört es einfach dazu, dass der Verstand einem sagt: freu dich nicht zu früh. Doch eins ist klar: je entspannter du alles auf dich zukommen lässt und je weniger du dich verrückt machst, desto besser ist das für dich und Baby. Doch was kann man machen, wenn man diese Gedanken einfach nicht abschalten kann?

Sollte eine Eileiterschwangerschaft vorliegen, dann denke daran: du kannst absolut nichts dafür. Du hättest nichts anders machen können, um das Ganze zu vermeiden. Sollte beim ersten Ultraschall dagegen ein Herzschlag zu sehen sein, dann ist das ein erstes gutes Zeichen. Achte auf eine gesunde Lebensweise, nehme deine Folsäure ein und versuche positiv zu denken. 

Ab diesem Zeitpunkt wirst du vermutlich auf jedes Zeichen deines Körpers achten und alles hinterfragen. Folgende Gedanken kennen viele von uns vermutlich nur zu gut:

Ich spüre nichts, habe keine Symptome! Ich glaube, dass ist kein gutes Zeichen!

Mir ist überhaupt nicht übel. Oh nein.

Ich habe immer so ein Ziehen im Unterleib. Das war es vermutlich.

Ich fühle mich nicht anders als sonst. Vermutlich kein gutes Zeichen.

Das Ziehen in meiner Brust ist weg. 🙁

Der Grund für diese Gedanken ist sicherlich unsere eigene Vorstellung einer Schwangerschaft. Da gibt es nämlich die Norm, dass es allen Schwangeren im ersten Trimester irgendwie schlecht gehen muss. Wenn einem dann nicht übel ist, man keine Müdigkeit verspürt und dann auch nicht geruchsempfindlich ist, dann kann doch irgendetwas nicht stimmen.

Das ist natürlich totaler Quatsch. Jede Schwangerschaft ist anders und nur weil es dir beispielsweise in der ersten Schwangerschaft total schlecht ging, bedeutet das nicht, dass es in der zweiten genauso sein muss. Auch ist es ganz egal, wie es unseren Freundinnen so ging, denn jeder Körper ist anders und das Empfinden im ersten Trimester hat absolut keinen Einfluss darauf, ob man ein gesundes Baby im Bauch hat.

Also, was kann man tun?

Versuche locker zu bleiben und nicht jedes Ziehen und Wehwehchen zu analysieren, denn sind wir mal ehrlich: das bringst absolut nichts. Auch solltest du dir sagen, dass Stress eher kontraproduktiv ist. Suche dir eine Freundin oder ein Familienmitglied, was die Welt mit entspannten Augen sieht und kontaktiere diese Person im Notfall (also bei negativen Gedanken), damit sie dich wieder auf den Boden der Tatsachen holen kann.

Solltest du in einem Freundeskreis sein, wo jeder jeden mit seinen Ängsten verrückt macht (kommt ja häufiger vor, dass mehrere Freundinnen gleichzeitig schwanger sind), dann versuche nicht alles so ernst zu nehmen und erkläre deinen Besties vielleicht, dass dich Gespräche über “was alles schief gehen kann” eher runterziehen und deine Ängste schlimmer machen. Sollte das nicht den gewünschten Effekt haben, dann kannst du dich auch ein bisschen zurückziehen und warten, bis du ein bisschen entspannter geworden bist. Doch wann ist man denn eigentlich entspannter?

Frau beim UltraschallDie Hürden im ersten Trimester

Während einer Schwangerschaft gibt es diverse Meilensteine – nicht nur für die Entwicklung des Babys, sondern auch für uns als Mamas. Erste große Hürde ist vermutlich der erste Ultraschall, in dem wir den Herzschlag sehen und evtl. auch hören können. Alles gut? Dann check. Weiter geht’s mit der Warterei. Ab Woche 7 sollte uns dann ein bisschen übel werden. Du hängst schon über der Schüssel? Wunderbar, alles so wie es sein soll. Dir ist nicht schlecht? Naja, habe ja schon erklärt was das bedeutet – nämlich gar nichts (herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle). 

Dann warten wir weiter auf den zweiten Arzttermin, bei dem man jetzt mehr sehen sollte als nur einen kleinen Dottersack mit Herzschlag. Entspricht das Böhnchen der gewünschten Größe? Dann ist alles prima und wir sind wieder ein bisschen beruhigter. Jetzt nur noch den Übergang ins zweite Trimester abwarten und weiterhin hoffen und bangen.

Mit jedem Termin und jeder Blutuntersuchung, bei denen wir gute Nachrichten erhalten, sind wir vermutlich wieder ein bisschen beruhigter. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass alles entspannter wird, wenn wir das Baby dann endlich spüren. Denn somit glaubt man zu wissen, dass mit dem Kleinen alles in Ordnung sein muss, wenn es sich da so wild hin und her bewegt. 

Ihr seht also selbst: es gibt leider gar nicht mal so viele Dinge, die man gegen diese Ängste machen kann. Leider. Es hilft jedoch tatsächlich, wenn man sich ein bisschen von Menschen distanziert, die einen unnötig verrückt machen. Solange du auf dich selbst achtest und einem gesunden Lebensstil folgst, machst du alles richtig.

Mach‘ dir keine Vorwürfe

Auch wenn du die Erfahrung einer Fehlgeburt machen solltest, dann lass dir gesagt sein: du kannst nichts dazu. Es trifft dich keine Schuld. Das Leben ist manchmal einfach grausam und wir Menschen haben keinen Einfluss darauf. Vermutlich ist es diese Unberechenbarkeit und Ungewissheit, die unsere Ängste ins Unermessliche treiben.

Ein letzter Kommentar von mir als Mama: das Verrücktmachen hört leider auch gar nicht so schnell auf. Denn wenn du dein Baby endlich im Arm hälst, dann kommt schon die nächste Angst, nämlich die vorm plötzlichen Kindstot. Hast du dann ein Kleinkind, dann kommt die Angst vorm Fallen, Kopfstoßen oder angefahren werden. Bis sie dann alleine von A nach B laufen werden und man sich immer fragt, ob das Kind auch wirklich gut am Ziel ankommt. Das ist er also, der Mamawahnsinn.

Hallöchen, ich bin die Bine und bin unfruchtbar. Ich habe den Kampf gewonnen, habe dem PCO-Syndrom mit meiner IVF in den Hintern getreten. Mit meinem Blog möchte ich euch einen Einblick in das Thema unerfüllter Kinderwunsch geben, zeigen, dass ihr nicht alleine seid und es kein Tabuthema sein muss. Außerdem schreibe ich über Schwangerschaft, Familie und mein Leben in Kalifornien. Wem das nicht reicht, darf gerne in meinen Podcast reinhören. Viel Spaß!

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