Da sitze ich nun und bin völlig in meiner Gedankenwelt versunken. Warum kann ich nicht einfach schwanger werden wie alle Anderen? Warum eigentlich ich? Wie lange wird es noch dauern und wird es denn überhaupt klappen? Warum gibt es überhaupt so etwas wie unerfüllter Kinderwunsch? Fragen wie diese quälen mich heute mal wieder. Die Ursache für diese Gedanken? Ganz einfach: ich war mit meiner Tochter auf einem Playdate.

Lasst mich mal kurz berichten was genau mich so aufgewühlt hat. Im letzten Beitrag habe ich euch ja schon erzählt, dass ich Mitglied im Mother’s Club bin. In diesem Club gibt es diverse Gruppen für die verschiedenen Altersklassen. Wir sind Teil der “Maverick’s Monkeys” und treffen uns oft mit Freunden aus dieser Gruppe. Ab und zu öffnet dann eine Mama ihre Türen und lädt die Gruppe zu einem Playdate zu sich nach Hause ein (der absolute Wahnsinn übrigens, wenn 10-20 Kleinkinder aufeinandertreffen – danach kann man die Bude auch abreißen). Das ist immer schön und ich werde nie mein erstes Treffen vergessen, als Little H gerade mal 5 Wochen alt war und ich stillend mit 10 anderen stillenden Mamas in einem Raum saß.

Nach eins kommt zwei

Also generell eine tolle Sache, aber jetzt wo unsere Monkeys ein bisschen älter werden, geht es bei den meisten Mamas ans Eingemachte: ein Geschwisterchen soll her. Wenn man sich deren Resultate so anschaut, dann würde ein Mensch vom Mars niemals glauben, dass es bei den Bewohnern der Erde doch tatsächlich so etwas wie Unfruchtbarkeit gibt. Dieses Wort würde der Marsmensch auch ganz bestimmt in seine Enzyklopädie aufnehmen. Warum der Marsmensch das tun würde? Ganz einfach. Schaut euch meine heutige Beobachtung an (ich habe ungewollt mitgezählt).

Es waren 11 Kinder und 10 Mamas da. Eine Mama hat nämlich bereits “ausgekugelt” wie das in diversen Foren so gerne bezeichnet wird und hatte neben ihrem kleinen Monkey noch das frischgebackene Schwesterchen im Schlepptau. Na und der Rest? Schwanger. Schwanger, schwanger, schwanger.

Ob man es will oder nicht, ich glaube man zählt automatisch die Babybäuche. Es waren alle Größen dabei: von ganz klein zu oh-mein-Gott-hoffentlich-platzt-die-Fruchtblase-jetzt-nicht. Von 10 Mamas waren also ungelogen sieben schwanger. Was ist mit dem Rest? Wie gesagt, eine davon hat gerade entbunden und bei der anderen ist der Monkey schon das zweite Kind. Wer bleibt also übrig? Ich.

Die ewige Frage nach dem Warum

Glaubt mir, es ist ein komisches Gefühl all diese happy Moms zu sehen. Natürlich wünsche ich es jeder Einzelnen von ganzem Herzen, aber man fragt sich trotzdem nach dem Warum. Das Schlimmste für eine Frau mit Kinderwunsch sind aber die Gesprächsthemen die bei einem solchen Treffen ganz automatisch entstehen: Wann ist dein Termin? Wo entbindest du? Ach, dir tut auch der Rücken weh? Ach, ich bin ja so froh wenn alles vorbei ist! Wollt ihr denn kein Zweites? Und so weiter. Ihr kennt das.

Wieder zuhause angekommen wusste ich auch nicht so recht ob ich lachen oder heulen sollte. Ich entschied mich für weder noch und war einfach für den Rest des Tages komisch gelaunt. Nicht schlecht gelaunt, nicht gut gelaunt. Einfach komisch. Nachdenklich, enttäuscht. Enttäuscht darüber, dass das Leben manchmal so ist wie es ist. Als mein Mann nach Hause kam, habe ich ihm dann von den sieben Schwangeren erzählt. Seine Reaktion: „Das geht doch ganz genau auf: Eine von Zehn.” Wobei wir wieder beim Thema wären…

Aber egal, solche Tage gibt es einfach und es wird sie auch immer geben. Das beruhigende ist, dass es mir nicht alleine so geht. Auf schlechte Tage folgen auch immer gute Tage und das Aufschreiben meiner Gedanken hilft mir unheimlich, meinen Frust zu verarbeiten. Versucht das doch auch mal! Liebste Grüße und bis zum nächsten Mal,

 

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