Unsere Erfahrung als Kindermodel

Höchstwahrscheinlich haltet ihr mich für wahnsinnig, denn ich gehöre doch tatsächlich zu den verrückten Mamas die ihr Kind bei einer Modelagentur beworben haben. Aber bevor ich euch von unserer Erfahrung als Kindermodel berichte, hier ganz kurz wie es überhaupt dazu kam.

Seit meine kleine Maus auf der Welt ist werden wir ständig darauf angesprochen wie süß sie doch sei und wie wunderschön ihre blauen Augen seien. Nun gut, dachte ich mir. Alle Babys sind süß und knuffig. Doch irgendwann wurde uns immer häufiger gesagt, dass sie aussehen würde wie eins der „Gerber Babys“ (die amerikanische Version des Hipp-Babys würde ich mal sagen) und sie unbedingt modeln sollte.

Und nachdem ich immer wieder darauf angesprochenen wurde, habe ich dann eines Abends tatsächlich ein paar Modelagenturen in San Francisco herausgesucht, eine Bewerbung geschrieben, einen Lebenslauf verfasst (ja, ihr habt richtig gelesen – wenn ich was mache, dann richtig) und das Ganze dann zusammen mit drei Schnappschüssen losgeschickt.

Eigentlich hatte ich keine Antwort erwartet, denn wie gesagt: meiner Meinung nach ist jedes Baby niedlich. Aber am nächsten Tag klingelte doch tatsächlich mein Handy. Am Apparat? Eine der Modelagenturen aus San Francisco. Und schon wurden wir zu einem Vorstellungsgespräch in die Agentur eingeladen.

Eine Woche später war dann der Termin und nach einem netten Gespräch mit der Agentin erhielten wir nicht nur eine Zusage, sondern hielten auch schon gleich die Vertragsunterlagen in den Händen.

Das erste Shooting

Nachdem wir dann den ganzen Vertragskram erledigt und eine Arbeitserlaubnis beantragt hatten (obwohl die Maus Amerikanerin ist braucht sie trotzdem eine Arbeitserlaubnis. Dadurch wird sichergestellt, dass Kinder auch nur begrenzt arbeiten und alles mit rechten Dingen zugeht – super wie ich finde), wurde sie ein paar Wochen später das erste – und bisher letzte – Mal gebucht.

So kam es also, dass meine kleine Maus mit 17 Monaten in zuckersüßen Outfits für eine Kindermodenmarke aus New York am Set war. Sie hatte unendlich viel Spaß und zu ihrer großen Freude war die Küche gut ausgestattet: Cracker, Käse, Blaubeeren – was will man mehr. Das dachte sich Little H übrigens auch, denn sie flüchtete bei jeder Gelegenheit in die Küche.

Aber wie läuft so ein Photoshooting eigentlich ab?

Zunächst sollte ich vielleicht nochmal erwähnen, dass dieser Shoot der erste und bisher letzte war. Ich habe also keine Ahnung, ob das generell ein bisschen organisierter abläuft als es bei uns der Fall war. 😉

Wir wurden eine Woche vor dem Photoshoot von der Agentin kontaktiert und es wurde mir mitgeteilt, dass die Maus die nächste Woche für drei Tage gebucht wurde. Da ich in dieser Woche aber viele Arzttermine anstehen hatte, konnte ich nur für zwei der drei Tage zusagen.

Am Tag des Shoots sind wir dann mehr als rechtzeitig von zu Hause losgefahren. Die Location war ca. eine dreiviertel Stunde von uns entfernt und Mama war happy, dass sie endlich mal wieder durch San Francisco fahren durfte (irgendwie macht es mich immer glücklich wenn ich die Skyline sehe). Dort angekommen kontaktieren wir schließlich unsere Ansprechpartnerin vor Ort, die uns dann auch irgendwann am Eingang abholte und uns durch die vielen Gänge des alten Fabrikgebäudes zu unserer Location führte.

Als wir angekommen waren, war gerade ein anderes Kind vor der Kamera und so konnte ich kurz beobachten wie das Ganze so abläuft. Und schon hielten wir auch schon unser erstes Outfit in den Händen. Eigentlich dachte ich, dass ich mein Kind da brav abgebe, mich im Hintergrund aufhalte und die anderen die Arbeit machen. Ha, geirrt. Und ich hatte mich auf der Hinfahrt noch geärgert, dass ich mein Buch zuhause vergessen hatte.

Alles ein bisschen anstrengender als erwartet

Ich kann euch sagen, ich kam ganz schön ins Schwitzen: Kind aus- und anziehen, ab zum Set, Schuhe aus, Kind mittig positionieren, aus dem Bild gehen, Kind animieren und zum Lachen bringen. Fliehendes Kind einfangen, zurück ans Set, zur Musik tanzen, Kind davon abhalten uns allen ihren „beeeee“ (belly button) und ihre Windel zu zeigen, fertig. Und ab ins nächste Outfit. Und das Ganze noch einmal. Und noch einmal. An Tag 2 des Shoots bin ich dann übrigens in meinen „comfy pants“ dort hingegangen.

Wer also denkt, dass das Modeln mit Kindern ganz easy und entspannend sei, der täuscht sich ganz schön. Es war ziemlich anstrengend…mehr für mich als für Little H, schließlich hatte sie ja ihren Spaß (bis sie eben keinen mehr hatte und sich dann einfach mal hingelegt hatte und nicht mehr aufstehen wollte…).

Also, was halte ich nun vom Modeln?

Um ehrlich zu sein finde ich es eine tolle Sache. Die kleine hatte Spaß dabei und ich habe mal sehen dürfen, wie so ein Shoot abläuft. Und natürlich freut sich das Mutterherz über die süßen Fotos die dabei entstehen! Irgendwie wäre es doch lustig, wenn man irgendwann in ein Geschäft gehen würde und plötzlich ein Plakat seines Kindes an der Wand sehen würde.

Wichtig ist nur, dass man das Ganze relaxt sieht und nur so lange macht, wie das Kind das auch wirklich machen will. Klar, jetzt ist sie noch zu jung um selbst diese Entscheidung zu treffen und ich habe die Aufgabe dies für sie zu übernehmen. Und hier spalten sich vermutlich die Geister, aber ich bin der Meinung, dass es vollkommen okay ist solange ich sehe dass sie Spaß an der Sache hat. Und das hatte sie, glaubt mir.

Viel wichtiger finde ich aber, dass man darauf achtet, dass das Kind bodenständig bleibt und nicht denkt, dass es hübscher sei als andere Kinder. Es ist nämlich die Aufgabe von uns Eltern, unseren Kindern die wahren Werte im Leben zu vermitteln – Äußerlichkeiten sind eben nur Nebensache und das Letzte was ich wollte ist, dass mein Kind irgendwann arrogant und verzogen durch die Welt geht und mit ihrer Erfahrung als Kindermodel prahlt.

Falls meine Kleine also zukünftig zu Castings oder Shootings eingeladen werden sollte, dann werden wir auch weiterhin daran teilnehmen. Denn die Shootings sind eigentlich wie ein bezahltes Playdate – die Maus hat ihren Spaß und gleichzeitig freut sich ihr Konto auch ein bisschen.

Egal was kommen (oder auch nicht kommen) mag, ich werde ihr zeigen, dass im Leben nur Eines zählt: innere Schönheit.

Nun ist eure Meinung gefragt!

Was haltet ihr von der ganzen Sache? Habt ihr selbst Erfahrung als Baby- oder Kindermodel? Habt ihr euer Kind schon einmal bei einer Agentur beworben? Habt ihr irgendwelche Fragen? Meldet euch einfach – ganz egal ob hier, auf Instagram oder meiner Facebook-Seite, ich freue mich über alle Meinungen, Erfahrungen und Fragen!

Macht’s gut ihr Lieben,

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