Beide meiner Schwangerschaften und Geburten habe ich in den USA erlebt. Wie sagt man so schön? Anderes Land, andere Sitten. Also auch nicht verwunderlich, dass hier bei uns in Kalifornien so einiges anders abläuft als in Deutschland.

Ich muss gestehen, dass ich das erste Mal, als ich das Wörtchen „Wochenbett“ hörte, auch überhaupt nicht wusste was das bedeutet. Im Nachhinein ziemlich lustig, schließlich war ich bereits Mama. Also: was ist eigentlich dieses Wochenbett?

Wikipedia beschreibt das Ganze so:

Als Wochenbett […] bezeichnet man die Zeitspanne vom Ende der Entbindung (Geburt) bis zur Rückbildung der schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen, was typischerweise sechs bis acht Wochen dauert. Während dieser Zeit erholt sich die Mutter von Schwangerschaft und Geburt.

Ha! Eine Zeit, in der sich Mutter von der Geburt erholt? In den USA ein Fremdwort. Denn hier ist es völlig normal, dass man 6 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten geht. Zwar stehen einem i.d.R. um die 12 Wochen „maternity leave“ zu, doch da nur teilweise bis gar kein Gehalt gezahlt wird, müssen viele Frauen bereits 6 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gehen.

Pinterest: Wochenbett - in den USA ein Fremdwort

Wie die Frauen das hier so finden?

Gute Frage. Die Mütter kennen es ja nicht anders und für sie ist es völlig normal, ihr Neugeborenes mit sechs Wochen in einer „Daycare“ abzugeben, wo die Kleinen von morgens bis abends versorgt werden.

Ich habe verschiedenste Mütter kennengelernt: diejenigen, die so absolut nicht mehr arbeiten gehen wollten und wiederum andere, die ganz froh waren, endlich wieder arbeiten gehen zu dürfen.

Doch eins ist mir durch den Austausch mit Freundinnen und Familie in Deutschland aufgefallen: in den USA wird auch keinen wirklichen Wert auf die Rückbildung gelegt. Denn hat man erstmal entbunden, dann geht das Leben gleich wie „gewohnt“ weiter.

Rückbildungskurse scheint es hie und da zu geben, aber es ist definitiv nichts, worauf einen der Arzt hinweist oder etwas, das von der Krankenkasse bezahlt werden würde.

Den einzigen Termin, den man nach der Geburt noch hat, ist der Kontrolltermin beim Frauenarzt 6 Wochen nach der Entbindung. Eine Hebamme, die einem wie bei euch nach der Geburt zur Seite steht, gibt es hier auch nicht.

Alles in allem kann man also sagen: ein Wochenbett gibt es hier nicht. Man muss funktionieren, schließlich geht es eher früher als später wieder zurück zur Arbeit. Das Wörtchen „Wochenbett“ bleibt für mich also ein Fremdwort.

Wie war das so bei euch? Wie war euer Wochenbett? Hättet ihr euch vorstellen können, sechs Wochen nach der Geburt wieder arbeiten zu gehen?

 

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